8 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Keine Millionen-Entschädigung

Wahlstedt Keine Millionen-Entschädigung

Der Millionenschaden rund um das Fehmarner Spaßbad FehMare beschäftigt noch immer die Justiz. Jetzt ist ein Urteil des Oberlandesgerichts gefallen. Darin wird der Ex-Prokurist der inzwischen aufgelösten Mittelzentrums-Holding (MZH) verurteilt, 10000 Euro plus Zinsen an die Stadtwerke Wahlstedt zu zahlen.

Voriger Artikel
17 Bäume mussten fallen
Nächster Artikel
Debatte um Waldgrundstücke

Nicht allzu viel Spaß hatten die Städte Bad Segeberg und Wahlstedt an der Beteiligung am Spaßbad FehMare.

Quelle: Michael Stamp

Wahlstedt. Die Hoffnung der Stadtwerke, Hauptakteure des FehMare-Desasters mit zusammen 1 Million Euro zur Kasse bitten zu können, hat sich zerschlagen. Der ehemalige Wahlstedter Bürgermeister Sven Diedrichsen, der in der MZH als Geschäftsführer tätig war, kommt ohne finanzielle Auflagen davon. 

Ein strafrechtliches Verfahren gegen das Duo war eingestellt worden, weil das Gericht kein vorsätzliches schuldhaftes Verhalten feststellte. Prokurist und Geschäftsführer hatten durch das FehMare einen durchschnittlichen Jahresgewinn von 72000 Euro erwartet, wie in einem Gutachten prognostiziert.

 Die MZH schloss 2006 einen Pachtvertrag über 15 Jahre für das noch nicht einmal gebaute Spaßbad ab und trug das unternehmerische Risiko. Als nach der Eröffnung im Jahr 2009 statt des Gewinns ein millionenschweres Minus auftrat, mussten Bad Segeberg und Wahlstedt als Träger der gemeinsamen Holding für die Verluste aufkommen.

 Jetzt ging es vor dem 9. Zivilsenat des OLG um Entschädigungszahlungen. Das Landgericht hatte im April 2015 weder beim Prokuristen noch bei Diedrichsen eine Untreue festgestellt und auf das Verhängen einer finanziellen Auflage verzichtet. Das wurde in der Berufungsverhandlung in Schleswig nun leicht abgeändert.

 Um Untreue handele es sich nicht, betont auch das OLG – denn sie könne nur vorsätzlich begangen werden. Das sei hier aber nicht geschehen. „Es fehlt an jeglichem erkennbaren Motiv“, heißt es in der Urteilsbegründung, auch einen persönlichen Vorteil hätte Diedrichsen nicht gehabt. Zudem wäre die Tat nach fünf Jahren ohnehin verjährt.

 Vom Ex-Prokuristen sind laut Gericht nur 10000 Euro zu holen, da er laut Anstellungsvertrag für grob fahrlässig verursachte Schäden nur bis zu dieser Summe haftbar zu machen ist. Für die Stadtwerke ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kommunen Bad Segeberg und Wahlstedt haben ohnehin bereits mehrere Millionen Euro in den Ostseesand gesetzt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3