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Kita-Gebäude ist ein Sorgenkind

Wahlstedt Kita-Gebäude ist ein Sorgenkind

Im fast 50 Jahre alten Kindergarten-Gebäude der Kirche an der Kronsheider Straße ist so einiges nicht Ordnung: Schimmel, chemische Ausdünstungen. Doch Propst Dr. Daniel Havemann gab bei einem eilig einberufenen Elternabend Entwarnung: „Es gibt keinen Grund zur Panik!“

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Schimmel und schädliche Chemikalien in der Wahlstedter Kita Kronsheide verunsichern die Eltern.

Quelle: Dierk E. Seeburg

Wahlstedt. Gutachter hatten festgestellt, dass aus den Wänden des Fertighauses und den Bodenbelägen Schadstoffe ausdünsten. Nach der gestern beginnenden Sommerpause könne der Kita-Betrieb im August aber wieder uneingeschränkt aufgenommen werden, beteuerten Vertreter des Kirchenkreises Plön-Segeberg und der evangelischen Kirchengemeinde Wahlstedt. Man müsse keine Gefahr für die 68 Kinder und das Team um Leiterin Britta Huckfeldt befürchten. Zu diesem Schluss sei der Hamburger Gutachter Matthias Griem gekommen.

 „Zunächst ist das Gebäude zumindest für die nächsten zwölf Monate unter Berücksichtigung eines Lüftungskonzepts weiter nutzbar“: Das ist die vorläufige Schlussfolgerung des Experten. Allerdings bestehe Handlungsbedarf – und das kurzfristig. Denn bei jüngsten Analysen habe er feststellen müssen, dass ein nach der einschlägigen deutschen Gefahrstoff-Verordnung zulässiger Grenzwert inzwischen überschritten ist.

 Die Fertighäuser der Firma Okal sind für ihre Ausdünstungen mittlerweile berüchtigt. In Wahlstedt musste die ehemalige Real- und heutige Helen-Keller-Schule massiv saniert werden, um dem Problem Herr zu werden. Der Kindergarten An der Kirche ist geräumt und wird abgerissen. Alte Okalgebäude sind anfällig für Ausdünstung von Formaldehyd, das unter anderem als Bindemittel im Leim für Spanplatten verwendet wurde. Bei erhöhter Konzentration kann dieser Schadstoff zu Reizungen der Atemwege und Augen führen sowie allergische Reaktionen hervorrufen.

 Als Sofortmaßnahme schlägt der Gutachter dringlich vor, für einen intensiven Luftaustausch zu sorgen. Er empfiehlt, mindestens vier- bis fünfmal täglich eine Stoßlüftung über jeweils drei bis fünf Minuten vorzunehmen. Alternativ könnte eine technische Lüftungsanlage eingesetzt werden. „Im Büro sind Maßnahmen umgehend notwendig. Ein Nutzungsverbot ist anzudenken“, mahnt der Fachmann. Angedacht ist jetzt bereits die Nutzung eines anderen Raums für Büroarbeiten, berichteten Kita-Chefin Britta Huckfeldt und Meike Otzmann, Leiterin des kirchlichen Kita-Ausschusses.

 Für den schimmeligen Keller soll kurzfristig ein Sanierungskonzept erarbeitet werden, führt Griem weiter aus. Schon das Öffnen der Tür zum Untergeschoss könne zu einer Sporen-Verschleppung ins Erdgeschoss führen. Ob das Haus weiter genutzt werden könne, sei unklar. „Es ist zu prüfen, ob eine Sanierung sinnvoll und wirtschaftlich darstellbar ist.“

 Die Kirchengemeinde hat bereits einen Architekten eingeschaltet, berichtete Pastor Alf Kristoffersen. Der Bausachverständige sei zunächst einmal um eine Auflistung der nötigen Sanierungsarbeiten im Keller gebeten worden. Mit dieser Liste befasst sich dann der kirchliche Bauausschuss. Über weitere Schritte und das Schicksal des Gebäudes könne erst danach etwas gesagt werden. Unabhängig von den Baufragen ist geplant, dass die Trägerschaft für den Kindergarten im Januar 2017 von der Wahlstedter Gemeinde auf den Kirchenkreis übergeht.

 Besorgte Eltern lobten beim Informationsabend zwar die schnelle und transparente Informationspolitik der Kirche, erinnerten aber an die teilweise chaotischen Zustände vor und bei der Schließung des Kindergartens An der Kirche vor zwei Jahren. Man hoffe, „dass die Kirche aus dem damaligen Trouble gelernt hat“, hieß es. Die an der Segeberger Straße als Zwischenlösung aufgestellten Container könnten nun auch für die Kronsheider Kita zum Ausweichquartier werden. Im Frühjahr 2017 ist nämlich die neue Kita der Lebenshilfe neben der Sporthalle fertig, und dann ziehen die Kinder von der Segeberger Straße dorthin um.

 Als weitere kurzfristige Alternative bot den Kirche an, dass sich Eltern bei der Kronsheider Kindergarten-Leitung melden können, wenn sie ihre Kinder aus Sorge um deren Gesundheit nicht mehr in das ausdünstende Gebäude schicken mögen. Für diese Klientel werde die Kirche gegebenenfalls Ersatzräumlichkeiten im Gemeindehaus bereitstellen.

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