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Tipps von den Klavier-Profis

Wahlstedt Tipps von den Klavier-Profis

„Du spielst sehr gut! Ich würde das Stakkato aber etwas schärfer intonieren.“ Lob und Tipps aus berufenem Munde. Eine exklusive Unterrichtsstunde bei Götz Östlind vom Showpianisten-Duo David & Götz erlebte Natalie Scharfe aus Rickling im Kleinen Theater am Markt – und das auch noch an ihrem 15. Geburtstag.

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Dr. Götz Östlind (links) gab Dahlmannschülerin Natalie Scharfe (15) eine private Klavierstunde und traf sie nach dem Konzert im Kleinen Theater am Markt gemeinsam mit seinem Bühnenpartner David Harrington zum Plausch.

Quelle: Michael Stamp

Wahlstedt. Der Wahlstedter Kulturring und die Segeberger Zeitung hatten dieses besondere Erlebnis in einem Gewinnspiel ausgeschrieben.

 Schon als Natalie den Zuschauerraum betrat und auf die Bühne kam, gab es für sie die erste Überraschung: Götz Östlind spielte ihr ein Geburtstagsständchen – und das Team des Kulturrings sang dazu. Doch dann ging es los: 60 Minuten lang übte die Gymnasiastin, die die 9. Klasse an der Bad Segeberger Dahlmannschule besucht, gemeinsam mit dem virtuosen Musiker. Eigentlich wollten beide Pianisten den Unterricht gemeinsam leiten; David Harrington musste sich vor dem abendlichen Konzert aber wegen Rückenproblemen schonen.

 Götz Östlind war von der jugendlichen Kollegin sehr angetan. „Wir hatten im Laufe der Jahre schon so um die 150 Klavierschüler, aber kaum jemand hat die Tipps wirklich so unheimlich schnell umgesetzt wie du.“ Gearbeitet wurde am Stück „Der Zug der Zwerge“ von Edvard Grieg.

 Vor allem der künstlerische Ausdruck beim Flug der Finger über die schwarzen und weißen Tasten war wichtig. „Man singt praktisch am Klavier“, erläuterte Östlind und riet, schnelle Passagen zunächst sehr langsam zu üben, um sicher zu werden – und wiederum langsame Melodieteile in der Probe auch mal schnell zu spielen.

 Natalie beherzigte diese Hinweise – und war von ihrem Privatunterricht sehr angetan. „Ich hab’ bei mir am Ende der Stunde selber einen Klangunterschied gehört. Ich weiß aber nicht, ob ich da jetzt immer dran denke.“ Probieren will sie es auf jeden Fall.

 Mit dem Klavierspielen hat Natalie im Alter von sechs Jahren begonnen. David und Götz haben ihre Liebe zu dem Instrument mit jeweils fünf Jahren entdeckt. Natalie hat von Anfang an Unterricht bei Klavierlehrerin Zaure Salykova von der Kreismusikschule. „Eine Super-Lehrerin!“, schwärmt die 15-Jährige. Allerdings sei es jetzt auch mal ganz schön gewesen, „bei jemand Anderem Unterricht zu haben und eine zweite Meinung zu hören“.

 Ob die Musik mal zum Beruf werden soll, weiß Natalie nicht. In der gymnasialen Oberstufe möchte sie aber auf jeden Fall das Ästhetische Profil mit Schwerpunkt Musik belegen. Inwieweit das klappt – zumal sie einen mehrmonatigen Aufenthalt in Lettland plant – steht aber noch nicht fest.

 Abends beim Konzert der beiden Showpianisten saß Natalie mit Mutter Susanne im Publikum und genoss gemeinsam mit rund dreihundert weiteren Zuhörern das über zweistündige Programm „Mit Herz und Hand“. Das Duo spielte sämtliche Titel in eigenen Arrangements. Die musikalische Reise ging kreuz und quer durch die Epochen und Musikstile. Da fuhr der „Sonderzug nach Pankow“ schon kurz nach der „Ode an die Freude“, auch Eigenkompositionen wurden gespielt. Besonders beeindruckend war hier ein sinfonisches Werk, das Götz Östlind geschrieben hat und auch allein vortrug. Ansonsten saßen sich die beiden musikalischen Partner den ganzen Abend gegenüber.

 Bemerkenswert war die Bearbeitung des Queen-Klassikers „Bohemian Rhapsody“ – ein Stück, das sich nach Auskunft der beiden Musiker von allen Rockklassikern am wenigsten für Klavier eignet. Aber Herausforderungen sind schließlich dafür da, gemeistert zu werden.

 Beide Pianisten sangen auch – so legte David Harrington einen zweieinhalbminütigen Querschnitt durch Andrew Lloyd Webbers Erfolgsmusical „Das Phantom der Oper“ hin. Für Stimmung sorgte der Jerry-Lee-Lewis-Klassiker „Great Balls Of Fire“.

 Dass das Publikum wenige Minuten nach der Darbietung der weltberühmten 5. Sinfonie von Ludwig van Beethoven („da-da-da-daaaaaa!“) gemeinsam „Ein Männlein steht im Walde“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“ singt, kommt wohl nur bei Auftritten von David und Götz vor.

 Zwischendrin würzten die Musiker den Abend mit witzigen Moderationen („Oben klar und unten dicht – mehr möchte ich im Alter nicht.“), und vor allem der auf Komik spezialisierte David Harrington spielte seine musikalischen Einwürfe auch mal mit der Nase. Trotz des Rückens.

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