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Sonniges Nationenfest

Wahlstedt Sonniges Nationenfest

Sonnig und strahlend wie das Wetter, fröhlich und so bunt wie seine Einwohnervielfalt – auch das 21. Fest der Nationen in Wahlstedt war wieder ein Augen- und Ohrenschmaus.

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Die Combo „Los Toquellieros“ brachte mit „Besame mucho“ mexikanisches Flair auf die Wahlstedter Bühne beim Fest der Nationen. Das kulturelle Programm sorgte bei den Zuschauern wieder für Begeisterung. Der ausrichtende Lions-Club trifft hier bei der Auswahl der Künstler stets ins Schwarze.

Quelle: Patricia König

Wahlstedt. Als der nicht enden wollende Umzug endlich den Marktplatz erreichte, wurden die Teilnehmer mit ihren geschmückten Wagen, Kostümen und Fähnchen dort schon von hunderten begeisterten Wahlstedtern erwartet.

 Das Stadtzentrum platzte aus allen Nähten und Moderator Horst Kornelius wartete noch ein paar Minuten, bis er auf der Bühne den Startschuss für ein tolles Festprogramm gab.

 Projektkoordinator Lothar Grabnitzki habe am Freitag einen Unfall gehabt, berichtete Kornelius. So fiel der Mann, der Mitglied des Lions-Clubs Wahlstedt ist und das Fest der Nationen maßgeblich organisiert, hinter den Kulissen aus. Kornelius, der zugleich Bürgervorsteher ist, übernahm dessen Part mit und leitete zunächst die Ehrungen verschiedener Wahlstedter Projekte und die Vergabe der Ehrenamts-Förderpreise auf der Bühne.

 Der Lions-Club zeichnete zum zweiten Mal verdiente Einwohner aus, die sich bei der Organisation des Festes und in Projekten, Vereinen oder Helferkreisen für die Belange der Wahlstedter und für die Integration von Flüchtlingen verdient gemacht haben. Der Wahlstedter-Club-Präses Hans Teutsch und Vize District Govenor Dr. Petra Hängert vom Lions Club International überreichten zahlreiche Geschenke und Geldbeträge im Gesamtwert von 3000 Euro.

 Zum Schluss standen rund 30 glücklich Geehrte aus den örtlichen Kindertagesstätten, der Segeberger Tafel, dem Flüchtlings-Betreuungsnetzwerk und dem Engagement für Menschlichkeit-Begegnung-Sprachkurs-Intergration zusammen. Die höchste Auszeichnung des Lions Clubs, die Medal Of Merit“, erhielt stellvertretend für alle Helfer des Flüchtlingsnetzwerkes und der freiwilligen Dienste auf dem Fest Christine Schmückner-Lüthje.

 Dann begrüßte Bürgermeister Matthias Bonse offiziell die Gästeschar zum 21. Fest der Nationen. In einer Stadt wie Wahlstedt, in der 63 Nationen unter den 9416 Einwohnern vertreten seien, passe ein solches Fest ebenso wie dessen Motto: „Wir leben zusammen wir arbeiten zusammen und wir feiern zusammen“ gelte heute umso mehr. Nachdem er allen „gemütliche, schöne und frohe Stunden“ gewünscht hatte, gab Horst Kornelius die Bühne frei für die Jugend.

 Die Kids der Wahlstedter Break Dance Gruppe „Art 2 Spin“ bildeten mit einer fetzigen Tanzdarbietung, bei der auch die Akrobatik nicht fehlte, einen würdigen Auftakt zu einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm mit Musikern und Tänzern aus verschiedenen Nationen und Stilen aus Portugal, Mexiko und Irland. Der deutsche Anteil am Programm wurde durch Aktive aus Neuengörs und Wahlstedt bestritten.

 Drum herum gab es ebenfalls viel zu sehen und zu erleben. Die Gäste von nah und fern tummelten sich auf der „Festmeile“ des Lions-Clubs und stärkten sich mit Kaffee und Kuchen oder mit anderen Schlemmereien und Herzhaftem an den vielen Ess- und Trinkständen. Dazwischen boten die örtlichen Vereine, Verbände und Einrichtungen vom Marktplatz bis hinter die Arkaden vielfältige Spiel- und Spaßstände für die kleinen und großen Besucher an. Überall gab es etwas zu gewinnen.

 Dass das Motto des Festes nicht nur eine Floskel ist, zeigte sich nicht nur an dem bunt gemischten Publikum verschiedenster Nationen und Religionen. Armal Khoudr und Fasija Kaysi kennen sich erst seit fünf Monaten. Armal kommt ursprünglich aus dem Libanon und ist schon seit 30 Jahren in Wahlstedt zu Hause.

 Ihre neue Freundin Fasija ist erst vor rund fünf Monaten als Flüchtling aus dem Irak in die Stadt gekommen. Normalerweise wären sich die beiden Muslima wahrscheinlich nie über den Weg gelaufen. „Aber hier haben wir uns kennengelernt“, sagten beide stolz an ihrem Stand, an dem sie selbst hergestellte Gerichte aus ihrer Heimat anboten.

 Ein Stückchen weiter saß eine große Gruppe Frauen vor der Wahlstedter Änderungsschneiderei und dem angeschlossenen Herrenmode-Geschäft Mehenkli. Dazu gehört seit 26 Jahren auch Alime Mehenkli, eine türkischstämmige Frau. Sie genoss das Fest und den Trubel zusammen mit Freundinnen, Töchtern und Schwiegertöchtern aus Wahlstedt und Bad Segeberg. Die Frauen mit und ohne Kopftuch treffen sich öfter und natürlich ganz besonders zum Fest der Nationen. Yvonne Turhan erklärte: „Das ist immer etwas ganz Besonderes.“

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