22 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Treppen-Sprint in voller Montur

Wahlstedt Treppen-Sprint in voller Montur

Die Feuerwehrmänner Henning Spahr und Patrick Juschka laufen in voller Einsatzschutzkleidung mit angelegtem Atemschutzgerät 143 Stufen hinauf, fahren mit dem Lift in den Keller und rennen wieder die Treppe hoch - sechs Mal hintereinander. Sie trainieren für den „6. Firefighter Stairrun“ am 16. April in Berlin.

Voriger Artikel
Leid wie Freude erfahren
Nächster Artikel
Noch ein bekanntes TV-Gesicht

Patrick Juschka (links) und Henning Spahr vor dem Gebäude An der Eiche 38 in Wahlstedt, wo sie derzeit trainieren.

Quelle: Patricia König

Wahlstedt. Treppe oder Fahrstuhl? Das fragt sich täglich manch einer, der etwas für seine Gesundheit tun will. Für die beiden Feuerwehrmänner Henning Spahr und Patrick Juschka ist diese Frage momentan schnell beantwortet: beides. Sie üben in einem siebenstöckigen Haus An der Eiche 38.

 In Berlin erwartet die beiden Blauröcke ein Wettkampf gegen gut 380 andere internationale Zweierteams in sechs Wertungsklassen, die alle sämtliche 770 Stufen bis hinauf in die 39. Etage des rund 110 Meter hohen Hotels Park Inn erklimmen wollen – und das natürlich als Schnellste. Spahr und Juschka starten in der Wertungsklasse der Youngster. „Im vergangenen Jahr haben den Stairrun in unserer Klasse zwei polnische Feuerwehrmänner mit einer Zeit von 6 Minuten und 1 Sekunde gewonnen“, erklärt Henning Spahr, nur leicht außer Atem. Der 30-jährige Soldat hat gerade mit seinem 20-jährigen Teampartner die vorletzte Trainingseinheit absolviert. Zusammen sind sie sechs Mal bis ganz nach oben gelaufen. Ihre Zeit: 9 Minuten und 12 Sekunden. Das sind immerhin 19 Sekunden schneller als beim letzten Training. Außerdem laufen sie 88 Stufen mehr als dann in Berlin.

 Dass sie gewinnen, damit rechnen die beiden Männer angesichts der großen Konkurrenz nicht unbedingt. Aber als erste Teilnehmer aus Wahlstedt bei diesem Wettbewerb lautet ihr Motto: Dabei sein, hochkommen – und das in einer guten Zeit.

 Dafür trainieren die beiden Feuerwehrmänner seit Januar regelmäßig bis zu zwei Mal in der Woche. Zu Anfang waren es neun Männer und eine Frau aus den Reihen der Wahlstedter Freiwilligen, die an dem speziellen Treppenlauf in Berlin teilnehmen wollten. „Doch schon die Anmeldung war eine Herausforderung“, erzählen sie. Das Anmeldeportal der Berliner Feuerwehr öffnete sich nur an zwei Tagen für eine Minute. In dieser Zeit musste man alle Daten eingegeben haben.

 Spahr ist froh, einen Mitstreiter gefunden zu haben. Denn der 30-Jährige ist ein Sportfreak. Der Soldat läuft unter anderem jeden Tag zehn Kilometer; und dass er beim Sport gerne bis an die Grenzen geht, das wissen auch die Jugendlichen der Nachwuchsabteilung, die Spahr regelmäßig trainiert. Auch sein Stairrun-Partner Patrick Juschka ist Sportler. Der 20-Jährige geht ins Fitnessstudio und ist DLRG-Rettungsschwimmer. Dennoch merkten beide Männer schnell, dass sie für den Treppenlauf mit der 22 Kilogramm schweren Ausrüstung noch anders trainieren müssen. „Da sind vor allem die Ober- und Unterschenkel wichtig“, erzählt Juschka. Die trainierten sie in der Turnhalle und begannen gleichzeitig mit dem Treppenlauf.

 Anfangs brauchten sie noch fast 15 Minuten. Jetzt geht es nur noch um Sekunden, um die sie sich verbessern. Für Berlin haben sie sich vorgenommen, in ihrem Rhythmus zu bleiben. Denn die Luft in der Pressluftflasche ist begrenzt. „Je schneller man läuft und atmet, desto mehr Luft verbraucht man“, erklärt Henning Spahr.

 Hilfe beim Training bekommen sie aus den Reihen der Jugendwehr. Niklas Schmidt, Moritz Schuckart und Alexander Murawskij sorgen dafür, dass der Fahrstuhl freibleibt – das sei natürlich alles mit der Hausverwaltung abgesprochen. Nun liegt noch eine Trainingseinheit am Montag vor dem Duo. Am Freitag geht es nach Berlin. Dabei sind zwei weitere Kameraden und Wehrführer Jörg Neubauer. Sie werden die ersten Wahlstedter Teilnehmer beim Berliner Stairrun nicht nur seeelisch und moralisch unterstützen, sondern auch kräftig anfeuern auf dem Weg über 770 Stufen zum Ziel – die Aussichtsplattform in der 39. Etage.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3