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Vor Anker im Freibad

Wahlstedt Vor Anker im Freibad

110 Teilnehmer und rund 1500 Besucher strömten am Wochenende zum ersten Modellbautreffen ins Wahlstedter Freibad. Bestaunt wurden maßstabsgerechte Nachbauten im Miniaturformat von Schiffs- und Landfahrzeugen – unter anderem der im Original knapp 160 Meter langen „Cap San Diego“.

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Langsam läuft die von Ralf Gehring gebaute Nachbildung der "Cap San Diego" in den Heimathafen im Wahlstedter Freibad ein. Vier Jahre hat der Henstedt-Ulzburger an Schiff und Hafen gebaut.

Quelle: Alexander Christ

Wahlstedt. Tutende Schiffshörner und dann das Kommando: „Leinen los und volle Kraft voraus!“ Langsam nimmt das Museumsschiff „Cap San Diego“ Fahrt auf. Bei ruhigem Wellengang verlässt der berühmte Stückgutfrachter mit einem Knoten Geschwindigkeit das Pier und nimmt Kurs auf offene Gewässer. Schauplatz des Manövers ist in diesem Fall jedoch nicht sein Hamburger Heimathafen, sondern das Becken des Wahlstedter Freibades.

 Des Rätsels Lösung: Bei dem in Wahlstedter Hoheitsgewässern schippernden Schiffs handelte es sich um einen maßstabsgerechten Nachbau im Miniaturformat der im Original knapp 160 Meter langen „Cap San Diego“. Dieses und mehrere hundert weitere funkferngesteuerte Schiffs- und Landfahrzeugmodelle konnten beim ersten RC-Modellbautreffen auf der Anlage an der Scharnhorsstraße bewundert werden, das der aus Wesselburen (Kreis Dithmarschen) stammende Modellbauexperte Thorsten Lohse organisiert hatte. Die Abkürzung „RC“steht dabei für radio controlled, also funkferngesteuert.

 Fast 1500 Besucher nutzten am Wochenende die Gelegenheit, sich die filigran nachgebauten Modelle zu Wasser und zu Lande anzuschauen. Rund 110 Modellbaufreunde aus ganz Norddeutschland hatten ihre teils in jahrelanger Kleinarbeit gebastelten Nachbauten auf Straßen fahrender oder im Wasser schwimmender Originale zum Szenetreffen mitgebracht. So auch Ralf Gehring aus Henstedt-Ulzburg, Konstrukteur, Erbauer und Reeder der Mini-„Cap-San-Diego“. „Für den Nachbau sowie eine komplette Hafenanlage, an der sie vor Anker liegt, habe ich fast vier Jahre gebraucht.“ Besonders stolz sei er auf den Hafen. Auf den Ponton-Brücken könnten abends sogar Scheinwerfer eingeschaltet werden, wenn die „Cap San Diego“ einläuft. „Ein großartiger Anblick“, schwärmt der 56-Jährige.

 Seine Liebe für Schiffe in allen Formaten, auch in Originalgröße, wurde dem Sicherheitsbeauftragten der traditionsreichen Hamburger Werft Blohm & Voss quasi in die Wiege gelegt. „Ich bin in siebter Generation ausgebildeter Seefahrer und war viele Jahre lang als Decksmann auf großer Fahrt. Schiffe und die See sind die große Leidenschaft meines Lebens“, versichert Gehring. Ebenfalls Schiffsmodellbauer mit Herz und Leidenschaft ist Helwig Gohlke aus Bad Segeberg. Der inzwischen in den Ruhestand gewechselte ehemalige Hausmeister der Trave-Schule widmet sich inzwischen fast 30 Stunden pro Woche seinem liebsten Steckenpferd. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Eine kleine Armada aus drei Hafenschleppern sowie einem sogenannten Ankerziehschlepper mit Bergungskran sind sein ganzer Stolz. „Ich baue alle Modelle im Maßstab 1:50 nach. Jedes einzelne Teil, abgesehen von der Elektronik, wird in Handarbeit hergestellt.“ Die Nachbauten entstünden ausschließlich auf Grundlage von Fotos. Baupläne brauche er nicht, betont Gohlke.

 Rundum zufrieden mit dem ersten Verlauf und dem Zuspruch war am Ende auch Thorsten Lohse. „Ein tolles Event! Wunderschöne Modelle, hoch motivierte Teilnehmer und begeisterte Besucher. Schon jetzt freue ich mich auf die nächste Auflage im kommenden Jahr.“

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