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Ver(w)irrungen in der Seniorenresidenz

Wahlstedt Ver(w)irrungen in der Seniorenresidenz

Das Wahlstedter Amateurtheater „Filou“ hat mit dem humorvoll-amüsanten Premierenstück "Die Seniorenklappe" das Publikum im Kleinen Theater zum Lachen gebracht. Die turbulente Komödie hat Regisseurin Gabriele Schwanke bunt und abwechslungsreich inszeniert.

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Hauptkommissarin Schnarrenmeyer (Manuela Grandt, von lins), Hera Blank (Janin Frahm), Heimleiter Graatz (Michael Becker), Rosemarie von der Heide (Doreen Hoffmann) und Marph Kox (Helmut Frins) starren entsetzt in den leeren Geldkoffer.

Quelle: Kramer

Wahlstedt. Die Handlung des Zweiakters von Bernd Spehling bietet reichlich Platz für Situationskomik: Marph Kox (Helmut Frins beeindruckte durch seine ansteckende Spielfreude in dieser Rolle) ist nach seinem Bankraub in der örtlichen Filiale der Sparkasse mit 500000 Euro auf der Flucht und versteckt sich mit der Beute und einer Pistole in der Seniorenresidenz „Freundeshaus“. Die Bewohner, ganz besonders die älteren, vom Personal dreist „Heimfossilien“ genannten Damen, begrüßen den angeblichen „Neuzugang“. Auf den Rat von Heimleiter Graatz (Michael Becker), der auch noch von Arthrose geplagte Marph solle in der Residenz fortan doch „die Seele baumeln lassen, erwidert der verirrte Räuber darauf nur zynisch: „Wenn man alt ist, baumelt sowieso alles!“

 Das „coole“ deutsch-russische Pflegepersonal singt bei Anrufen als Warteschleife immer „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“, und die ehrenamtlich arbeitende, aufdringlich Apfelkuchen anbietende Frau Freudenberger (Corinna Sukowski-Stasun) glänzt mit makabren Sätzen wie: „Ist mal wieder Totensonntag!“ Chaotisch geht es nicht nur mit dem Geldkoffer zu, der ständig die Besitzer wechselt, sondern auch bei den dementen Bewohnern. So büxt der ehemalige Fahrkartenkontrolleur Herr Hoppmann laufend aus dem Heim aus. Gerhard Domeyer verkörperte diese Rolle sehr witzig und gekonnt, so dass er vom Publikum zu Recht viel Zwischenapplaus erhielt.

 Auch die immer den gleichen Kriminalroman schreibende Hera Blank (Janin Frahm) und die unentwegt Shakespeare-rezitierende, abgehobene Schauspielerin Rosemarie von der Heide (Doreen Hoffmann) gehören zu der verwirrten Seniorengruppe. Und dann ist da noch Rita Havendiek (Andrea Benz), die an einem Messie-Syndrom leidet und an einen baldigen Weltuntergang durch Meteoriteneinschlag glaubt. Letztendlich ist der Koffer mit dem Geld verschwunden und Rita damit auf dem Weg zu den das Weltende prophezeienden Mayas.

 Auf launige Weise und mit viel Esprit überzeugten alle Akteure. Da blieb kein Auge trocken! Ihre „altersbedingten“ Bewegungen, die Mimik und die teils zitternde Sprache waren perfekt einstudiert. Ebenso stimmten Maske und Bühnenbild mit plüschigem Aufenthaltsraum und Terrasse zum Garten. Seit ihrer Gründung im Jahr 1978 übernehmen die über 20 Filou-Mitglieder auf und vor allem hinter der Bühne sämtliche anfallenden Aufgaben mit großem Einsatz in Eigenregie.

 Nach zwei kurzweiligen Stunden gab es am Ende anhaltende Ovationen für das Ensemble. „Wir kennen die Theatergruppe und waren schon bei vielen Stücken von ihnen!“ begeisterte sich auch die Familie von Jörn Giersdorf aus Wahlstedt und Stockelsdorf.

 Das Zuhause der „Filous“ ist das Kleine Theater in Wahlstedt. Ihre Stücke wie „Pension Schöller“, „Ehe in Dosen“ oder „Das Haus in Montevideo“ haben schon Tausende begeistert. Sämtliche Einnahmen aus den Vorstellungen fließen dem Kulturring Wahlstedt und Umgebung, dem die Gruppe auch organisatorisch angeschlossen ist, für die Programmgestaltung zu.

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