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Böse Überraschung

Wakendorf I Böse Überraschung

Der Schaden ginge in die Millionen: Weil seine zwei Hallen mit Kartoffeln und viel teurer Technik über Ackerentwässerungsrohren gebaut worden waren, soll Landwirt Thies Burmeister die Gebäude abreißen. Doch der Streit wird wohl glimpflich ausgehen. Eine Einigung scheint in Sicht.

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Der Schacht der Entwässerungskanäle liegt zwischen den beiden Hallen von Thies Burmeister, die über den Drainage-Rohren gebaut worden waren.

Quelle: Gerrit Sponholz

Wakendorf I. Burmeister staunte nicht schlecht, als er den Brief des Wasser- und Bodenverbandes Trave mit Sitz in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) in den Händen hielt. Der Verband forderte ihn auf, zwei Hallen seines Hofes abzureißen, der für seine großen Kartoffelfeste überregional bekannt ist. Die Hallen stünden auf Grund, in dem die Leitungen des Verbandes verlegt seien. Sie fangen Wasser aus Drainagen von Äckern auf und führen es in Richtung Trave ab. Der Verband müsse aber jederzeit an die Rohre gelangen können, pocht Verbandsvorsteher Günter Bock aus Bad Oldesloe auf die Vorschriften. Die Hallenbauten seien bei einer Verbandsschau festgestellt worden.

 Auch Wakendorfs Bürgermeister Kurt Böttger flatterte der Fall auf den Tisch. Denn über einen der beiden Entwässerungskanäle läuft auch die Drainage des Sportplatzes. Die Hallen habe Burmeister vor einigen Jahren gebaut, weiß Böttger. Da habe die Baubehörde bei der Hallen-Genehmigung wohl nicht aufgepasst, vermutet er.

 Thies Burmeister kann die Aufregung des Verbandes nicht nachvollziehen. Die Rohre seien in den 1960er-Jahren zu Zeiten der Flurbereinigung verlegt worden, erklärt er. Sie würden im Übrigen die Flächen seines eigenen Betriebes entwässern. Vor etwa 25 Jahren sei, wie damals üblich, mündlich und quasi per Handschlag vereinbart worden, dass die Familie Burmeister mit dem Risiko klarkommen müsse, dass sie mit den Hallen die Leitungen überbaue. „Es war bekannt, dass wir über den Rohren bauen.“ Dass das bei der Baugenehmigung für die Hallen den Behörden nicht aufgefallen war, kann Verbandsvorsteher Bock nachvollziehen. Die Behörde sei nicht zuständig dafür, habe sich also darum nicht kümmern müssen.

 Über eines der beiden Rohre haben sich Verband und Burmeister schon geeinigt. Die Halle darüber darf stehen bleiben. Burmeister müsste sich im Rohr-Schadensfall selbst darum kümmern. Und auch für den zweite Halle über dem anderen Rohr sieht Bock gute Chancen. Formal sei es aber notwendig vom Verband gewesen, erst einmal den Abriss zu fordern. „Wir werden aber einen anderen Weg finden. Wir sind im Gespräch.“

 Auch Thies Burmeister zeigt sich optimistisch. Technisch sei es außerdem auch kein Problem, falls eines der alten Rohre unter seinen Hallen mal beschädigt sein sollte. Notfalls, so Burmeister, werde eben ein neues Überbrückungsstück als Bypass einmal um die Halle herum verlegt.

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