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Bühne frei für Räuber

Waldorfschule Kaltenkirchen Bühne frei für Räuber

In der 8. Klasse gehört es in der Freien Waldorfschule zum Stundenplan der Schüler, gemeinsam ein Theaterstück einzustudieren. Der jetzige Jahrgang hat sich die Räubergeschichte „Das Wirtshaus im Spessart“ ausgewählt. Freitag steht auf der Bühne in der Sporthalle die Premiere an.

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Die Achtklässler der Kaltenkirchener Waldorfschule haben das Theaterstück „Das Wirtshaus im Spessart" einstudiert. Freitag feiern sie Premiere.

Quelle: Isabelle Pantel

Kaltenkirchen. Die Premiere beginnt um 19 Uhr. Eine weitere Aufführung ist für Sonnabend, 30. April, ebenfalls ab 19 Uhr geplant.

 Drei Stücke hatte Lehrerin Christiane Johrden ihrer Klasse zur Auswahl gestellt. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Schüler für den Klassiker aus der Feder von Wilhelm Hauff. „Wahrscheinlich gefiel ihnen, dass die Geschichte mitunter etwas wild und derb ist“, vermutet Johrden mit einem Schmunzeln.

 Anfang des Jahres wurde mit den Vorbereitungen für die Inszenierung begonnen. In den vergangenen drei Wochen drehte sich der Unterricht um nichts anderes mehr. Gemeinsam mit ihrem Werklehrer Ralf-Peter Schüring bauten die Schüler die Kulissen, mit ihrer Klassenlehrerin wurden Charaktere erarbeitet und Texte einstudiert. Von der Selbstständigkeit, die ihre Achtklässler an den Tag legten, war Christiane Johrden begeistert. „Die Verteilung der Rollen beispielsweise diskutierten sie untereinander aus. Da brauchte ich gar nicht einzugreifen“, berichtet sie. „Das Wirtshaus im Spessart“ stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und handelt von einer Räuberbande, die im Wald ihr Unwesen treibt. Die finsteren Gesellen schaffen es, die Kutsche einer Adligen verunglücken zu lassen, sodass die junge Frau gemeinsam mit ihrer Zofe gezwungen ist, ein zwielichtiges Wirtshaus aufzusuchen. Die Räuber wollen sie dort gefangen nehmen, um von ihrer Familie ein Lösegeld zu verlangen. Doch das hinterhältige Unternehmen verläuft ganz anders als geplant. Die Generalprobe fand am Dienstagnachmittag vor kleinem Publikum statt. Vor lauter Ungeduld starteten die Akteure einige Minuten früher als ursprünglich vorgesehen.

 „Bei den richtigen Aufführungen werden wir uns aber natürlich an die Zeiten halten, die auf dem Programmzettel stehen“, meint Johrden mit einem Augenzwinkern. Sie freut sich besonders darüber, wie sehr ihre Klasse an der Theaterinszenierung gewachsen ist. „Alle waren von Anfang an engagiert und haben sich für die Sache eingesetzt.“ Auch in der 12. Klassenstufe ist im Stundenplan der Waldorfschule die Umsetzung eines Theaterstücks vorgesehen. Dass im Unterricht derart viel Wert auf Darstellung und Spiel gelegt wird, hat gute Gründe, sagt Christiane Johrden. „Dadurch wird die Entwicklung der Jugendlichen gefördert“, erklärt sie. Wer sich mit der Rolle einer anderen Person befasse und sie einstudiere, erfahre dabei viel über sich selbst. „Man rückt ein Stück von sich selbst ab, um dann wieder ganz neue Züge am eigenen Ich zu entdecken.“

 Insgesamt 20 Achtklässler wirken bei den beiden Aufführungen vor und hinter der Bühne mit. In Sachen Technik werden sie von Oberstufenschülern unterstützt. Der Eintritt ist frei.

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