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60 Mal 70 nach 45

Ausstellung in Springhirsch 60 Mal 70 nach 45

49 internationale Künstler stellten sich die gleiche Frage: Haben wir Frieden im Land, 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges? 60 Kunstwerke – darunter Arbeiten aus Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur, Objekt und Installation – zeigen individuelle Stellungnahmen zu diesem gesellschaftlich bedeutsamen Thema.

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„411 Billion Dollar Baby“ ist der Beitrag des Flensburger Künstlers Christian Ristau zur Ausstellung „70 nach 45“ betitelt. Das Bild entstand 2012, als die weltweit größten Rüstungskonzerne rund 411 Milliarden Dollar umgesetzt hatten. „Das Bild soll den Wahnsinn dieser unglaublichen Zahl darstellen", erklärte Ristau.

Quelle: hfr

Nützen-Springhirsch. Da der Friedensgedanke ins Land getragen werden soll, ist diese Kunstansammlung als Wanderausstellung zu elf Orten in Schleswig-Holstein und Dänemark konzipiert.

 Als fünfte Station wird die Kunstausstellung „70 nach 45“ ab Sonnabend, 1. August, vier Wochen lang auf der KZ-Gedenkstätte im Nützener Ortsteil Springhirsch zu sehen sein. Der Platz ist geradezu prädestiniert für eine derartige Schau. Denn dort, an der Bundesstraße 4 nicht weit von der Kaltenkirchener Ortsgrenze entfernt, befand sich von August 1944 bis April 1945 das sogenannte Außenkommando Kaltenkirchen, eines von mehreren Außenlagern des Konzentrationslagers Hamburg-Neuengamme.

 Eine so große Ausstellung wie „70 nach 45“ hat es bislang auf der Gedenkstätte nicht gegeben. Eröffnet wird die Werkschau um 14 Uhr von Uwe Czerwonka, Vorsitzender des Trägervereins. Unter dem Motto „Wir erinnern uns“ werden die Projektleiter Jürgen Baum und Renate Kasten Sinn und Zweck der Ausstellung erläutern. „Mit der Wahl des Ortes möchten wir alle Menschen ehren, die hier Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden und all denen danken, die sich gegen das Vergessen und für das Erinnern einsetzen“, schrieb Baum in der Einladung. „Die Abwesenheit von Krieg ist noch kein Frieden, aber eine Vorstufe dazu“, behauptet der Projektleiter in seinem Konzept zur Ausstellung. Er meint: „Vielleicht ist es das Drama unserer Existenz, dass wir uns brauchen und uns dennoch hassen oder sogar umbringen können. Frieden können wir also nur zusammen erreichen, und auch dann ist er kein bleibender Wert, kein Dauerzustand. Das bedeutet, wir und unsere Fantasie sind ständig gefragt und gefordert, Frieden immer wieder neu zu gestalten.“ Kultur leben, aufeinander zugehen und sich kennen lernen - trotz Ängsten und Unsicherheit - könne ein Schritt zu mehr Frieden sein.

 Das Lager Springhirsch war im Auftrag der Wehrmacht eingerichtet worden. KZ-Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, um die Start- und Landebahnen auf dem Militärflugplatz Kaltenkirchen für den neuen düsengetriebenen Jagdbomber zu verlängern.

 Die Häftlinge stammten zum größten Teil aus der Sowjetunion und Polen, viele kamen aber auch aus Frankreich, Belgien, Holland und anderen Ländern. Die Todesrate war sehr hoch. Massengräber befinden sich auf der anderen Seite des ehemaligen Militärgeländes in Moorkaten. Der 1999 gegründete Trägerverein KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen will die Erinnerung daran wach halten, dass Lager überall im Reichsgebiet alltäglich und sichtbar waren. Besucher können sich im Ausstellungsraum multimedial über die Geschichte des Lagers und das System des Nationalsozialismus in der Region informieren.

 In Zusammenarbeit mit den Projektleitern Baum und Kasten organisierte der Vorstand der Schleswiger Doris-Rüstig-Ladewig Stiftung die internationale Kunstausstellung. Aus den Bewerbungen von mehr als 80 Künstlern mit rund 200 Werken wählte eine Jury insgesamt 60 Werke aus.

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Ein Artikel von
Michael Zwicker

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