14 ° / 2 ° heiter

Navigation:
Lücke im Radweg bleibt erstmal

Weede Lücke im Radweg bleibt erstmal

Einen durchgehenden Radweg von Bad Segeberg nach Lübeck wird es so bald nicht geben. Zwar fehlt nur noch ein knapp drei Kilometer langes Teilstück an der Kreisstraße 4 zwischen den Ortsteilen Weede und Steinbek/A20-Brücke. Doch weder Land noch Kreis wollen bauen oder Zuschüsse zahlen.

Voriger Artikel
Planschen in Segeberger Seen
Nächster Artikel
Sportplatz schlecht in Form

Annegret und Otto Westphal aus Steinbek radeln gerne, aber halten die schmale und kurvenreiche K4 für gefährlich. Ohne Flucht in den Graben wären sie sogar mal von Autos gerammt worden.

Quelle: Gerrit Sponholz

Weede. Auch der jüngste Vorstoß Weedes, das seit Jahren für den Lückenschluss kämpft, scheint zu verpuffen. Die Gemeinde bot an, selbst und billiger zu bauen, zwei statt drei Meter breit und mit Sand statt Asphalt. Dafür bat sie den Kreis Ende April um einen Zuschuss. Doch zum Start der Beratungen in den Kreisgremien wurde der Wunsch abgelehnt. Er soll aber auf andere Weise doch noch erfüllt werden.

 Der Kreis nimmt sich wohl wieder selbst in die Pflicht. Er hatte ursprünglich ohnehin selbst bauen wollen und 2015 die Kosten auf 650000 Euro geschätzt. Der Kreisanteil lag bei 162500 Euro. Doch das Land hatte eine Förderung abgelehnt mit der Begründung: keine Radunfälle im Abschnitt, und mit 749 Fahrzeugen an einem Tag weniger als die erforderliche Mindestfrequenz von 2500 Kraftfahrzeugen.

 Und auch die Kreisverkehrsaufsicht sah keine Gefahr für Radler auf der K4. Für einen neuen Radweg würde sie keine Benutzungspflicht anordnen.

 „Nicht nachvollziehbar“ nennt Bürgermeisterin Gretel Jürgens dieses Verhalten in einem Brief an Landrat Jan Peter Schröder. Eine andere Abteilung der Kreisverwaltung, die Tiefbaubehörde, habe die Gefährdung für Radler sehr wohl gesehen und den Bau unterstützt.

 Entsetzt ist auch der zweite stellvertretende Bürgermeister Otto Westphal. Gemeinsam mit seiner Frau Annegret fährt der Steinbeker gerne Rad, aber nicht auf der K4. „Wir mussten uns schon mal mit den Rädern in den Graben flüchten, als sich in unserer Höhe zwei Autos begegneten.“ Die meisten der 25 Kinder im Dorf trauten sich ohnehin schon nicht mehr, Rad zu fahren.

 Weede will nun selbst bauen. Die Argumente der Gemeinde: Die schmale K4 sei auch Umleitungsstrecke für die A20, habe Radverkehr zu Schulen und zur Sporthalle in Geschendorf. Eine Sparversion des Weges würde 340000 Euro kosten. Mit den Grundeigentümern für den Landkauf ist sich Weede einig. Die Gemeinde will den Radweg auch instand halten. Der Kreis soll nur den Zuschuss von 137500 Euro zahlen.

 Der neue Kreisradverkehrsbeirat ist skeptisch. Und auch der Kreisumweltausschuss lehnt das ab. Auf Sand sei der Rollwiderstand beim Radfahren zu groß, der Weg zudem zu schmal für Begegnungsverkehr. Und durch Wetter und Treckerzufahrten zu Feldern würde der Weg ramponiert. Außerdem sei eine hohe Förderquote von 40 Prozent nur „bei besonderem öffentlichem Interesse“ begründet.

 Der Kreisumweltausschuss will das Radprojekt aber unterstützen, allerdings wie einst geplant als Vollausbau und in Regie des Kreises. Die Verwaltung soll alle Fördertöpfe anzapfen und das Land in die Pflicht nehmen. Denn beim Umbau der B206 zur A20 und dem Wegfall der Radstreifen sei mündlich der Radwegbau an der K4 als neue Radstrecke zugesagt worden, sagt Ausschussvorsitzender Arne Hansen (Klein Gladebrügge).

 Ohnehin will der Kreis sein Radverkehrskonzept von 2011 erneuern. Diese Arbeit hatte er schon ausgeschrieben. Doch es meldete sich nur ein Anbieter, wohl weil das Budget zu klein war. Seine Offerte enthielt auch noch einen Formfehler und musste deshalb abgelehnt werden. Nun will der Kreis erneut ausschreiben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Ein Artikel von
Gerrit Sponholz
Segeberger Zeitung

Events: Segeberg

Veranstaltungen in
Segeberg. Aktuelle
Termine, News, Infos

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3