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Probleme bei Flüchtlingsbetreuung

Kaltenkirchen Probleme bei Flüchtlingsbetreuung

Bürgermeister Hanno Krause muss einen herben Rückschlag bei der Betreuung der zahlreichen Flüchtlinge in Kaltenkirchen verkraften. Einer der städtischen Sozialarbeiter, eine der tragenden Säulen auf diesem Gebiet, fällt krankheitsbedingt bis voraussichtlich Oktober aus.

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Kaltenkirchens Bürgermeister Hanno Krause (links) und der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Altholstein, Heinrich Deicke, unterzeichneten einen Vertrag über die Zusammenarbeit bei der Flüchtlingsbetreuung. Nina Mohr (Mitte) wird künftig zentrale Ansprechpartnerin bei der Betreuung und Koordination der Flüchtlingslotsen sein.

Kaltenkirchen. „Wir rotieren jetzt hier gerade gewaltig und bemühen uns um schnellen Ersatz“, so Krause. Doch das sei schwierig. Er wird deshalb Kontakt zu Vereinen wie beispielsweise zum Regenbogen (spezialisiert auf Jugendhilfe) aufnehmen, um abzuklären, ob von dort Unterstützung möglich sei.

 Alles deutete noch kürzlich darauf hin, dass sich das Flüchtlingsproblem in der Stadt etwas entspannt. Denn der Bürgermeister unterzeichnete einen Vertrag mit dem Diakonischen Werk Altholstein. Darin wird die Zusammenarbeit bei der Betreuung der in Kaltenkirchen untergebrachten Asylsuchenden geregelt. Danach wird die Diakonie im wesentlichen die Betreuung und Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingslotsen wahrnehmen. Hierfür wird Nina Mohr die zentrale Ansprechpartnerin und Betreuerin sein. Zehn Wochenstunden sind dafür vorgesehen. Ihr Büro hat sie bei der Volkshochschule am Kretelmoor. Sie ist dort für die Diakonie bereits als Migrationssozialberaterin für Kaltenkirchen und das Umland tätig.

 Die Finanzierung der Arbeit von Frau Mohr muss Kaltenkirchen nicht tragen. Das Land gewährt der Stadt über den Kreis eine Betreuungspauschale für Flüchtlinge von 14 000 Euro.

 „Die Unterstützung durch Frau Mohr hilft uns sehr, da sie in diesem Bereich geschult ist“, sagte Krause. Denn es gehe auch um die Anleitung der ehrenamtlichen Helfer, die die ausländischen Gäste unterstützen sollen. Als der Bürgermeister bei der Vertragsunterzeichnung mit der Diakonie noch von etwas Entlastung der Verwaltung ausging, wusste er noch nichts vom Ausfall. Der Sozialpädagoge war bislang die wichtigste Mann bei der Flüchtlingsbetreuung.

 „Die ganze Entwicklung macht mir Sorgen“, gibt Krause zu. Eine Mitarbeiterin im Rathaus soll deshalb als Hilfe auf dem Gebiet zusätzlich eingesetzt werden. Zudem wird er zur Hauptausschusssitzung am kommenden Montag den Antrag stellen, grünes Licht für eine zusätzliche Stelle zu geben. Da die Stadt am Kamper Weg ein neues Asylbewerberhaus mit 48 Einzelunterkünften baut, soll dort künftig ein Mitarbeiter vor Ort sein. „Das ist nötig, weil hier unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen. Ein ständiger Ansprechpartner dort wird deshalb benötigt“, so der Bürgermeister. Wünschenswert wäre, wenn der neue Mann auch Hausmeistertätigkeiten ausüben könnte.

 Derweil ist Nina Mohr schon voll in ihre Arbeit eingestiegen. Sie hat engen Kontakt mit den Flüchtlingslotsen, die sich um die neuen Mitbewohner kümmern. Aber das Team braucht noch Verstärkung. „Unsere Flüchtlinge brauchen Menschen, die ihnen das Einleben erleichtern und sie bei ganz alltäglichen Dingen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“ Das fange beim Gang zur Bank an und ende bei der Mülltrennung. Gesucht werden zur Zeit besonders Dolmetscher. Aber auch Leute, die gut Englisch oder Französisch sprechen, wären schon eine Hilfe, so Nina Mohr, die unter Telefon 04191/860766 erreichbar ist.

 Auch Möbel- und Kleiderspenden würden immer gebraucht. Spender können sich an das Sozialkaufhaus Ran & Gut in Kaltenkirchen oder das Sozialkaufhaus in Bad Bramstedt wenden. Auch an Fahrrädern oder Musikinstrumenten besteht immer Bedarf. Wer etwas kostenlos abgeben möchte, sollte sich aber nicht ans Kaltenkirchener Rathaus wenden, da dort wegen mangelnder Lagermöglichkeiten nichts untergebracht werden könne.

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