19 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Beim Hamstern bloß keine Panik

Wehrführer Mark Zielinski in Bad Segeberg Beim Hamstern bloß keine Panik

Ungewöhnlich viele besorgte Anrufe gehen bei der Feuerwehr in Bad Segeberg ein. Die Anrufer sind durch das neue Zivilschutzkonzept vom Bund verunsichert. Wehrführer Mark Zielinski befürwortet dieses Konzept zwar prinzipiell, sieht aber auch mit Sorge, dass viele Menschen ängstlich darauf reagieren.

Voriger Artikel
Ein Leben mit Donald Duck
Nächster Artikel
Mehr als nur Deutsch lernen

 Der Bad Segeberger Wehrführer Mark Zielinski ruft zu Besonnenheit auf.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. Unter anderem wird in dem Konzept angeregt, sich einen Vorrat an Lebensmitteln und Wasser für mehrere Tage zuzulegen, um für den Fall eines bundesweiten Notstands gerüstet zu sein. Zielinski sieht mit Sorge, dass viele Menschen ängstlich darauf reagieren.

 „Zu einer Bevorratung kann man immer raten“, sagt Zielinski. Er versteht die Aufregung um die Ratschläge nicht so richtig. „Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat doch schon 2013 einen entsprechenden Flyer herausgegeben. Das ist im Grunde nichts Neues.“

 Allerdings sei es überfällig gewesen, im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, dass das gewohnte Einkaufen im Supermarkt bis 22 Uhr nicht immer und unter jedem Umständen möglich sein kann. Wenn es durch Unwetter oder Gewaltakte zu einschränken bei der Versorgung komme, sollte man dafür gerüstet sein. Zielinski: „Es gibt aber keinen Grund, in Panik zu verfallen.“ Das sage man auch den Anrufern, die von der Feuerwehr wissen wollen, wie sie sich jetzt verhalten sollen. „Die Leute sind sehr sensibel.“

 Schon als die Feuerwehr jüngst zweimal die Sirenen heulen ließ, gab es entsetzte Menschen am Telefon, die sich Sorgen um einen flächendeckenden Notfall machten. Dabei handelte sich einmal um einen explodierten Trafo im Herzzentrum und beim anderen Mal um eine Übung. Solche Reaktionen habe es früher nicht oder nur sehr vereinzelt gegeben, sagt Zielinski. Manche Menschen befürchten durch die Berichte über Terroranschläge und Unwetter stets das Schlimmste.

 Die Feuerwehr sei in Bad Segeberg in ein umfassendes Notfallkonzept integriert, betont Zielinski. Es sei in Zusammenarbeit von Stadt, Polizei, Technischem Hilfswerk, Deutschen Roten Kreuz und Rettungsdienst entstanden.

 Die Feuerwehr würde in Krisensituationen nicht nur mit Wasser helfen, sondern auch mit Stromgeneratoren, mit denen beispielsweise Sporthallen als Notunterkünfte betrieben werden. Auch beim Aufbau einer notdürftigen Kommunikation würden die Brandschützer eingesetzt, ebenso bei der Verteilung von Lebensmitteln.

 Es sei, so sagt Zielinski, beispielsweise technisch sichergestellt, dass das Abwassersystem im Notfall für einige Tage weiter funktioniert, ebenso die Einspeisung von Strom in Tankstellen, damit Fahrzeuge weiterhin mit Kraftstoff versorgt werden können. Das Lagezentrum würde am Feuerwehrhaus eingerichtet.

 „Die Leute müssen sich nicht verrückt haben lassen“, erklärt Zielinski. „Das Thema wurde im politischen Sommerhickhack viel zu aufgeregt verwurstet.“ Er persönlich habe sich die geforderten Notfallvorräte übrigens schon längst zugelegt – und das sollten andere auch. „Wir sind gut auf mögliche Situationen vorbereitet, aber der Bürger sollte schon mitarbeiten.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Aktuelle Nachrichten aus der Segeberger Zeitung
Mehr aus Nachrichten aus Segeberg 2/3