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Rasen und Sträucher statt Sand

Freizeitpark Kaltenkirchen Rasen und Sträucher statt Sand

Wer heute am See des Freizeitparks spazieren geht, kann sich kaum vorstellen, dass es das hübsch angelegte Areal in seiner jetzigen Form noch gar nicht so lange gibt. Erst nachdem der Sandabbau auf den ersten Flächen nicht mehr lohnte, wurden sie neu begrünt und in Biotope umgewandelt. Auf einem rund 250 Meter langen Uferabschnitt war das jetzt wieder der Fall.

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Renaturierten eine Fläche im Freizeitpark, die nicht mehr zum Sandabbau genutzt wird: die Bauhofmitarbeiter (von links) Lennart Biehl, Yannic Kreutz und Kai Nahrwold.

Kaltenkirchen. Mitarbeiter des Bauhofes rückten an, um auf einer Fläche nahe der Johannes-Kelmes-Sportanlage 1500 Sträucher und 1000 Weidensteckhölzer einzupflanzen. Außerdem wurde auf 6500 Quadratmetern Landschaftsrasen mit Kräutern ausgesät. Zuvor hatte die Firma Xella, die mit dem Sandabbau beschäftigt ist, das Gelände modelliert.

 Rund zwei Wochen war der Bauhof mit den Arbeiten beschäftigt. Das Ergebnis wurde jetzt vorgestellt. Eingepflanzt wurden unter anderem Rosen, Sanddorn und verschiedene Ahorn-Arten. Als Blickfang kam Ginster in die Erde. Er soll bereits innerhalb der nächsten Tage anfangen zu blühen. Damit werden die ersten deutlichen Veränderungen auf der Fläche sichtbar.

 Zur Befestigung des Ufers wurden an der Wasserkante große Baumstümpfe eingegraben, die bei Fällarbeiten übriggeblieben waren. In einem der Stümpfe hat sich neues Leben entwickelt. „Die anderen sind zwar tot, geben dem Ufer aber zumindest durch ihr großes Wurzelwerk neuen Halt“, sagt Claas-Hendrik Heß, der in der Kaltenkirchener Stadtverwaltung für die Grünflächenplanung zuständig ist.

 Insgesamt sieht die nun renaturierte Fläche noch immer recht kahl aus. Die Natur wird Jahre benötigen, um sie wieder in Besitz zu nehmen. Dann allerdings wird das Areal ähnlich grün aussehen wie am Ufer unterhalb des Schützenhauses.

 Seit den 1960er Jahren wird in Kaltenkirchen Sand gefördert und zu Kalksandsteinen verarbeitet. Mit der Zeit entstand im Abbaugebiet der heutige Erholungspark mit seinem See. Dessen Fläche änderte sich immer wieder – abhängig vom Stand der Sandgewinnung. Die nicht mehr genutzten Flächen sollen Stück für Stück renaturiert werden. Dafür gibt es seit 1990 einen Gesamtplan. Auf gut 60 Prozent des vorgesehenen Areals wurde er bereits umgesetzt. Die übrigen Gebiete werden noch zum Sandabbau genutzt oder sollen dafür in Zukunft zur Verfügung stehen.

 Zusammen sind Park und See 63 Hektar groß: 31 Hektar Wald, 5 Hektar Sportanlage mit Parkplatz, 15 Hektar See und 12 Hektar Park.

 Der See ist an einigen Stellen an die 16 Meter tief. Teilweise ist er bis dicht unterhalb der Wasseroberfläche mit Schlingpflanzen bewachsen, die Schwimmern gefährlich werden können. Einen tödlichen Badeunfall gab es vor einigen Jahren bereits. Das Baden im Freizeitparksee war allerdings schon vorher verboten.

 Gleiches gilt fürs Angeln. Seit dem vergangenen Jahr ist das Verbot jedoch etwas gelockert. Inzwischen gibt es ausgewiesene Flächen, an denen Mitglieder des örtlichen Angelvereins angeln dürfen. Sie befinden sich im nördlichen Teil des Areals, also dort, wo die Natur bereits wiederhergestellt wurde. In der Nähe sind auch der beliebte Rodelhügel, Grillplätze und das Schützenhaus. Die Verbindungen im Park stellt ein verzweigtes Wegesystem her.

 Im Westen schließen sich der vom Naturschutzbund gepflegte Schmetterlingsgarten und ein noch recht neues Biotop an: 2011 wurden zwei Amphibientümpel, eine Sumpfzone, ein Steilhang und ein offener Sandbereich angelegt. Um den Erfolg der Renaturierung nicht zu gefährden, ist das Betreten dieser Anlage untersagt.

 Das langfristige Ziel der Stadt: ein Fußweg rund um den See. Bis es soweit ist, werden jedoch noch viele Jahre ins Land gehen. Der Nutzungsvertrag über den Sandabbau beispielsweise läuft noch drei Jahrzehnte.

 Die aktuellen Renaturierungsarbeiten kosteten rund 5000 Euro. Bezahlt wurden sie von der Stadt.

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