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Scherereien mit gelben Säcken

Wertsoffsammlung Scherereien mit gelben Säcken

Die Wertstoffsammlung wird sich ab 2017 ändern. Künftig sammelt eine Firma aus Wedel für drei Jahre die „gelben Säcke“ mit dem Verpackungsmüll im Kreis Segeberg ein. Im Kreis Pinneberg und bei einer Landesbehörde steht die Arbeit des Unternehmens allerdings schwer in der Kritik.

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Nur noch bis Ende 2016 fährt Firma Gollan die Wertstoffbeutel im Kreis Segeberg ab.

Quelle: Gerrit Sponholz

Kreis Segeberg. „Es gibt Probleme mit dem Betrieb der Firma“, bestätigt Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR). Diese Behörde überwacht die Betriebsanlage in Wedel. Dort hakt es. „Wir haben eine Reihe von Maßnahmen angeordnet, um einen ordnungsgemäßen Betrieb zu erreichen. Dazu gehört auch ein partieller Annahmestopp“, sagt Schmidt. Mit anderen Worten: Künftig dort beispielsweise gelbe Säcke aus dem Kreis Segeberg zwischenzulagern, könnte ein Problem werden.

 Gegen die Anordnungen des LLUR hat die Firma Rechtsmittel eingelegt. „Gegebenenfalls“, so Schmidt, „wird die Angelegenheit von der Verwaltungsgerichtsbarkeit geklärt werden müssen.“

 Auch im Kreis Pinneberg hatte es Aufruhr gegeben. Ursprünglich sollte die Firmengruppe im Segeberger Nachbarkreis ebenfalls ab 2017 die Wertstoffe sammeln. Doch viele Bürgermeister protestierten. Sie sind unzufrieden mit dem Unternehmen. Es gehört zu einem Geflecht der Inhaberfamilie Bötel, erklärt Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje. Mit der Firmengruppe gebe es schlechte Erfahrungen, die bislang im Kreis bereits das Altglas entsorge. „Das klappt vorn und hinten nicht.“ Behälter würden nicht entleert, Sammelplätze dreckig hinterlassen, reagiert würde nur auf Abmahnungen. „Wir haben Ärger, nur Probleme“, sagt Hatje.

 Auftraggeber für die Wertstoffsammlung im Kreis Pinneberg ist das Recycling Kontor Dual (RKD) aus Köln. Das ist eine derjenigen Firmen, über die Handel und Hersteller die Entsorgung ihres Verpackungsmülls organisieren („Grüner Punkt“). Die Elbe-Containerdienst suchte im Internet bereits Berufskraftfahrer für die Gelbe-Säcke-Sammlung. Doch vor wenigen Tagen wurde plötzlich bekannt: RKD hat jetzt einen anderen Auftragnehmer.

 „Wir haben im Kreis Pinneberg zurückgezogen. Das mit den Bürgermeistern war hochgekocht“, erklärt Michel Meißner von Elbe-Containerdienst. Er widerspricht der Behauptung, dass die Familie Bötel eine Rolle im Unternehmen spiele. Ihr gehöre nur noch das Grundstück, auf dem auch andere Betriebe angesiedelt seien.

 Beunruhigt verfolgt der Segeberger Abfallentsorger Wege-Zweckverband (WZV) das Geschehen. Der öffentlich-rechtliche Verband von 94 Segeberger Kommunen ist zwar nicht zuständig für Verpackungsmüll, aber bei ihm rufen die Bürger an, wenn sie sich über die Wertstoffsammlung beschweren. Auch die WZV-Chefs haben von der „schlechten Presse in anderen Landkreisen“ zu der Firma gelesen, heißt es in einer Berichtsunterlage des WZV für die Kreispolitik. Und schon mit dem bisherigen Gelbe-Säcke-Sammler hatte der Verband so seine „Erfahrungen“ machen müssen. Gemeint waren anfängliche Probleme der Firma Gollan, bis Ende 2016 im Kreis Segeberg für die gelben Säcke zuständig, bei der Verteilung von leeren Wertstoffbeuteln. Sie haben sich aber mittlerweile gegeben.

 Alten und neuen Ärger vor Augen, lud der WZV vorsorglich zum „Kennenlerntermin“ mit Elbe-Containerdienst und Dualem System Landbell aus Mainz ein. Landbell ist für die Wertstoffsammlung im Kreis Segeberg zuständig, ähnlich wie RKD im Kreis Pinneberg.

 Im Gespräch wurden „die Schwierigkeiten mit dem vorherigen Sammler thematisiert“, heißt es in dem Papier des WZV. Erfreut registrierte der Verband, dass Elbe-Containerdienst auf die zentralen Punkte „positiv eingegangen“ ist. So will die Firma neue Sammelfahrzeuge kaufen. Das bisherige Personal wird übernommen. Der Abfuhrkalender bleibt. Es gibt eine neue Service-Hotline. Die „PlusTonnen“, also feste Behälter für mehrere gefüllte Wertstoffsäcke, werden weiterhin geleert. Und verteilt werden die leeren Beutel nicht mehr auch an Haushalte, sondern nur noch über Abgabestellen. Davon gebe es 123 im Kreis Segeberg, erläutert Michel Meißner von Elbe-Containerdienst. Ziel sei, dass die Kunden nur jeweils zwei der Beutel mitnähmen, die aus stärkerem Material als die bisherigen seien. Details würden später in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

 Landbell verweist darauf, Elbe Containerdienst sei der „Bestbieter“ in der Ausschreibung gewesen. Sollte es bei der Sammlung mal haken, „werden vertraglich geregelte Maßnahmen zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Dienstleistung ergriffen“, teilte Landbell-Sprecherin Miriam Kehl mit, ohne Details zu nennen.

 Der Wege-Zweckverband jedenfalls mag über die neuen Sammler noch nicht den Stab brechen. WZV-Ingenieur Torsten Höppner kündigte aber an, die neue Firma „kritisch zu begleiten“.

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