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Kisdorf Der Kreisverkehr kommt

Der umstrittene Kreisverkehr auf der Wessel-Kreuzung wird gebaut. Das steht seit Montag fest.

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Seit vielen Jahren versuchten Kisdorfer Kommunalpolitiker das Land und den Kreis davon zu überzeugen, dass eine zum Kreisverkehr umgebaute Wessel-Kreuzung einen besseren Verkehrsfluss ermöglicht.

Kisdorf. Höchstpersönlich kam der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) nach Kisdorf, um eine finanzielle Beteiligung des Landes an dem seit Jahrzehnten im Gespräch befindlichen Kreisel-Bau anzukündigen. „Das Land gibt 220000 Euro dazu“, versprach Meyer. Wann der Bau des auf Gesamtkosten in Höhe von 460000 Euro veranschlagten Kreisels beginnen soll, ist noch unklar. Möglicherweise im Sommer 2016. „Das könnte der Kreisel bis zum Herbst 2017 fertig sein. Wir werden ihn dann mit einem Oktoberfest einweihen“, ist Bürgermeister Reimer Wisch (CDU) zuversichtlich. Er gehört zu den stärksten Befürwortern des Projektes.

 Unstrittig ist in der Gemeinde, dass die beampelte Kreuzung, an der zwei Kreisstraßen (K 97/K23) und eine Landesstraße (L233) aufeinandertreffen, mit bis zu 15000 Pkw und Lkw pro Tag stark befahren ist. Bei Rotphasen bilden sich oft Staus. Ursache dafür ist nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen, sondern auch die ungewöhnliche Ampelschaltung. Nur jeweils von einer Straße aus kann abgebogen oder die Kreuzung überquert werden, während die Autofahrer aus den drei anderen Richtungen Rot sehen.

 Ob ein Kreisverkehr die Lösung aller Probleme sein könnte, ist im Ort ein Streitpunkt. .Die Befürworter rechnen mit deutlich weniger Staus. Die Gegner, die voriges Jahr eine Bürgerinitiative gegründet haben, befürchten mehr Lärm und Abgase sowie ohne Ampeln für Radfahrer und Fußgänger auch ein steigendes Unfallrisiko. Kreisel-Kritiker Dr. Jörg Seeger, der FDP-Fraktionsvorsitzende, warnte: „Ein leistungsfähiger Kreisverkehr macht die Durchfahrt durch Kisdorf erst attraktiv. Das bedeutet viel mehr Verkehr.“

 Die Diskussion, ob ein Kreisverkehr am Autohaus Wessel (daher Wessel-Kreuzung) sinnvoll ist, sorgt schon seit den 1990er Jahren immer wieder für Differenzen im Dorf. 2005 hatte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr konkrete Planungen für einen Kreisel als Ersatz für die Ampeln begonnen. 2008 sprach sich zwar eine Mehrheit der Gemeindevertretung dafür aus, aber gebaut wurde nicht. Denn die Proteste von Kreisel-Gegnern im Dorf waren massiv. Das Land stoppte sein damals auf rund 420000 Euro veranschlagtes Vorhaben, nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen. 2010 erneuerte das Land seine Ablehnung: Die Ampelanlage reiche aus, lautete damals die Begründung.

 Die Kreisel-Befürworter in der Kisdorfer Kommunalpolitik ließen aber nicht locker: Voriges Jahr hat eine Mehrheit (10 zu 7 Stimmen) der Gemeindevertretung den Wunsch nach einem Kreisel bekräftigt. Zudem setzten sich Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Segeberg dafür ein. Allerdings kann die Gemeinde nicht den Bau bestimmen: Kreis und Land, die für die anliegenden Straßen zuständig sind, müssen den Kreisel planen, finanzieren und den Bauauftrag erteilen.

 Das soll geschehen, sobald auch der Kreis grünes Licht signalisiert hat. „Es gibt in der Politik eine grundsätzliche Zustimmung zu dem Kreisverkehr“, sagte Kreisbaudirektor Thomas Falck gestern bei dem Ortstermin mit Minister Meyer. Für den Kreis-Haushalt für 2016 wurde das Projekt schon angemeldet. Rund 240000 Euro müsste der Kreis übernehmen.

 Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hatte nicht nur die Möglichkeiten für einen Kreisverkehr untersucht, sondern auch für den Bau von zusätzlichen Fahrstreifen für Linksabbieger. „Diese Variante würde rund 700000 Euro kosten, wäre also die teuerste, aber nicht die beste Lösung“, meinte Minister Meyer, der sich selbst als „Freund von Kreisverkehren“ bezeichnete. Der einspurige Kisdorfer Kreisel soll einen Durchmesser von 32 Metern erhalten. Das Zentrum wird sich nicht in der Mitte der heutigen Kreuzung befinden, sondern einige Meter weiter Richtung Krähenwald an der Ecke Henstedter Straße/Sengel. Die zusätzlich erforderlichen Flächen hat das Land bereits gekauft.

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Ein Artikel von
Michael Zwicker

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