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Kinodebüt für Jungregisseur

Filmemacher aus Westerrade Kinodebüt für Jungregisseur

Eine besondere Premiere wurde im Bad Segeberger Kino Cineplanet 5 gefeiert: Nachwuchsregisseur Vincent Dolinsek aus Westerrade zeigte sein Erstlingswerk „Schatten der Erde“ – eine Mischung aus Krimi und Science Fiction.

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Jungregisseur Vincent Dolinsek (vorn Mitte) aus Westerrade und seine Coproduzenten David Strauß (links) und Jan-Niklas Sievers (rechts) zeigten im Cineplanet 5 das Erstlingswerk „Schatten der Erde“.

Quelle: Detlef Dreessen

Bad Segeberg/Westerrade. Nur 20 Minuten lang ist der Streifen, in dem ein Autor zum Opfer der von ihm erdachten Figuren wird, doch die rund 50 Kinobesucher waren begeistert – was auch daran liegen könnte, dass viele von ihnen in irgendeiner Weise an der Produktion beteiligt waren. Von den 40 Mitwirkenden am Set waren die meisten Freunde und Verwandte, berichtete der 20-Jährige ehemalige Schüler des Städtischen Gymnasiums. Für ein Profi-Team hätte der nur 4500 Euro betragende Etat nicht gereicht. Mehr hatte das Sammeln bei Freunden, Sponsoren und der Jugendfilmförderung des Landes nicht ergeben.

 Weil nur wenig Geld zur Verfügung stand, musste Dolinsek ebenso viel Fantasie wie in den Film auch in die Organisation der Dreharbeiten stecken. Allein für eine Szene ein ansehnliches Büro mit Blick auf den Hamburger Hafen zu finden, dauerte lange. Profis nutzen dazu Agenturen. Vincent Dolinsek fragte wochenlang seine Bekannten, wer jemanden kennt, der jemanden kennt…

 Andere Drehorte waren hingegen leichter zu organisieren – etwa das Kreishaus in Bad Segeberg, das auch im fertigen Film zu sehen ist. Nach einem Jahr Vorbereitung fanden die Aufnahmen im Sommer 2014 statt.

 Große Stützen für den jungen Regisseur beim Dreh waren David Strauß und Jan-Niklas Sievers von der Hamburger Firma „Eigelbfilm“. Sie sorgten dafür, dass die Bilder, die Dolinsek im Kopf hatte, kinowirksam aufgenommen wurden. Auch sie halfen unentgeltlich. „Weil wir das Projekt cool fanden“, sagte David Strauß am Rande der Premiere. „Die Verbindung von Krimi und Science Fiction fand ich super spannend“, bestätigte Jan-Niklas Sievers, der ebenfalls zur Erstaufführung gekommen war.

 Dafür, dass keiner der Schauspieler, die gegen Fahrtkostenerstattung und Verpflegung mitgewirkt hatten, zur Vorstellung gekommen war, hatte Vincent Dolinsek volles Verständnis: „Einige stehen gerade vor Kameras.“ Ein Darsteller habe nach den Arbeiten an „Schatten der Erde“ schon vier Engagements für Kinofilme bekommen. „Vielleicht kann ich irgendwann sagen, dass er seine Karriere bei mir begonnen hat“, sagte der Westerrader lächelnd.

 Vielleicht werden die Schauspieler eine andere Vorstellung besuchen, denn Vincent Dolinsek will den Streifen nun bei Filmfestivals und -wettbewerben einreichen. Weil manche nur Filme zeigen, die noch nicht im Kino gelaufen sind, müsse er sich mit Aufführungen zurückhalten. Außerdem habe er bei der Premiere noch ein paar Stellen gefunden, die technisch nachgearbeitet werden müssen. Das bedeutet noch einmal Arbeit – auch für Johannes Hoffmann, der schon unzählige Stunden geschnitten hat. Unter anderem mussten dreidimensionale Raumschiffe am Computer erstellt und in den Film eingebaut werden. Erst kurz vor der Premiere waren Ton und Bild auf Kinoformat gebracht. Solche Arbeiten mussten zum Teil per Telefon abgestimmt werden, weil Vincent Dolinsek inzwischen in Stuttgart eine Ausbildung zum Mediengestalter angefangen hatte.

 Eine Chance haben die Segeberger trotzdem, den Science-Fiction-Krimi mit fließendem Übergang zwischen Fantasie und Realität zu sehen: Am Sonnabend, 29. August wird er im Rahmen des Kurzfilmabends in der Buchhandlung „Das Druckwerk“ gezeigt. Am Montag, 28. September, ist er dann Teil des erstmals im Rahmen der Segeberger Kulturtage stattfindenden Filmfestivals „Berginale“. Ab Dezember soll der Film dann für alle im Internet zu sehen sein.

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