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Widerstand gegen Neubau

Kaltenkirchen Widerstand gegen Neubau

Der geplante Neubau eines gut 15 Meter hohen Wohn- und Geschäftsgebäudes an der Schützenstraße stand am Dienstagabend nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Trotzdem wurde wieder ausgiebig über das Streitthema diskutiert.

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Der ehemalige Hüttmansche Gasthof an der Schützenstraße ist baufällig und soll abgerissen werden. Gegen die geplante neue Bebauung regt sich Widerspruch.

Kaltenkirchen. In der Sitzung kamen auch Bürger zu Wort, und die äußerten sich gar nicht begeistert zu den Plänen des Investors.

 Umgestaltet werden soll der große Komplex, in dem sich früher einmal unter anderem Hüttmanns Gasthof befand. Das Gebäude ist bereits über 100 Jahre alt und baufällig. In den vergangenen Jahren versuchten dort auch diverse Geschäftsbetreiber ihr Glück. So waren dort schon ein Schuhladen oder ein Tauchsportzentrum ansässig. Inzwischen wurde das leerstehende Komplex, zu dem ferner noch ein angrenzendes Gebäude gehört, von der Kaltenkirchener Bank gekauft. Diese will das Bestandsgebäude so schnell wie möglich abreißen und an selber Stelle einen deutlich größeren, modernen Neubau errichten.

 Geplant sind aktuell vier Stockwerke sowie ein Staffelgeschoss. Diskussionen gibt es vor allem über die Gebäudehöhe, denn viele Anwohner fürchten die Verschattung ihrer Wohnungen. Auch der zusätzliche Verkehr durch neue Wohneinheiten sowie Gewerbebetriebe waren Thema der teilweise recht hitzigen Debatte.

 Zur Sitzung des Bau- und Umweltausschusses waren dieses Mal außergewöhnlich viele Besucher gekommen. Bei den meisten der rund 60 Gäste handelte es sich offenbar um Anwohner von Glockengießerwall, König- sowie Schützenstraße. Sie hatten gehofft, eine 3D-Animation des geplanten Gebäudes zu sehen zu bekommen. Obwohl schon im Vorfeld bekannt geworden war, dass diese erst Ende Juli fertig wird, war trotzdem die Enttäuschung im Publikum groß. Viele erhielten die Nachricht, die bereits mehrfach publiziert wurde, erst in der Sitzung.

 Die rund 12000 Euro teure 3D-Animation soll Aufschluss darüber geben, wie sich das Gebäude in seine Umgebung einfügen würde. Auch mögliche Verschattungen können auf diese Weise sichtbar gemacht werden. Als problematisch wurde allerdings empfunden, dass die Auslegung der Pläne bereits begonnen hat. Im Rahmen dieses Verfahrens haben Bürger nur noch bis Freitag, 3. Juli, Zeit, ihre Einwände schriftlich einzureichen. Eine Verschiebung der Frist war nicht möglich, weil der Wunsch nach einer 3D-Animation erst zu spät geäußert worden war.

 Der Investor hat Bürgermeister Hanno Krause zugesagt, die Animation in der nächsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses Ende Juli zu zeigen. Dann besteht die Möglichkeit, dass die Kommunalpolitiker eine zusätzliche Auslegungsfrist empfehlen. Ob sie zwei oder vier Wochen dauert, ist noch offen.

 Auch ohne die Animation gesehen zu haben, nannten mehrere Bürger bereits ihre Befürchtungen zu den Bauplänen. Eine Anwohnerin bezeichnete das Vorhaben als eine „Verschandelung“ des Grünen Marktes. Ein anderer Bürger fragte, warum in der Innenstadt „so ein Klotz“ gebaut werden solle. Auf dem emotionalen Höhepunkt der Versammlung wurde der CDU-Fraktion, die die Baupläne im Wesentlichen befürwortet, Vetternwirtschaft mit der Kaltenkirchener Bank vorgeworfen. Fraktionssprecher Kurt Barkowsky behielt jedoch die Nerven und wies die Anschuldigungen ruhig, aber bestimmt zurück.

 Auch Bürgermeister Hanno Krause versuchte, die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen. Er sagte zu, dass alle Einwände geprüft und dass die Bürger am Entscheidungsprozess beteiligt würden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir nicht zu einer vernünftigen Lösung kommen sollten.“ Gleichzeitig appellierte er aber auch daran, die Kaltenkirchener Bank nicht zu verprellen. „Die Investoren stehen nicht gerade Schlange. Die Stadt kann froh sein, dass für das Areal solch ein Investor da ist.“

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