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Das Dorf „steht nicht schlecht da“

Wiemersdorf Das Dorf „steht nicht schlecht da“

Mehr liquide Mittel (940 000 Euro) als Kredite (588 000 Euro), das neue Dorfzentrum für 2 Millionen Euro im Bau, leichter Zuwachs bei der Bevölkerung: Die traditionelle „Dörpsversammlung“ am St.-Martins-Tag brachte alles in allem erfreuliche Nachrichten für Wiemersdorf.

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Bürgermeister Gerd Sick sieht sein Dorf auf einem guten Weg.

Quelle: Jann Roolfs

Wiemersdorf. „Ich find’s klasse“, Bürgermeister Gerd Sick zeigte sich auf der „Dörpsversammlung“ über eine Geburt in seinem Dorf ganz besonders erfreut: In einer syrischen Flüchtlingsfamilie ist im vergangenen Jahr ein echtes Wiemersdorfer Mädchen geboren worden. Ein Beispiel für gelungene Integration und ein Beitrag zum Wachstum Wiemersdorfs: Im Jahr 2015 nahm die Bevölkerung um vier Prozent zu, 1630 Menschen lebten dort am 31. Dezember.

 Unter ihnen sind aktuell 43 Flüchtlinge: „De fallen gor nich op“, konstatierte Sick auf platt vor gut 60 Wiemersdorfern. Sie trügen dazu bei, das Dorf lebendig zu halten, denn Wiemersdorf brauche neue Einwohner, damit Kita und Schule in ihrer Existenz gesichert bleiben, sagte Sick. Große Sorgen brauchen sich die Bürger anscheinend nicht zu machen: Bauplätze sind begehrt. Insgesamt 13 Baugrundstücke hat die Gemeinde im Angebot; sieben Wiemersdorfer Interessenten haben sich gemeldet, für die anderen sechs Flächen liegen Sick schon 15 Anfragen vor. Das größte Baugebiet mit elf Grundstücken entsteht in der Verlängerung der Gärtnerstraße.

 Als besonderen Aktivposten im Dorf lobte Gerd Sick das Freibad und vor allem dessen Leiter Horst Freitag. „Das System als solches: Horst plus Schlüsselkarte, ist fürs Dorf ein Gewinn“, betonte der Bürgermeister. Er meinte damit das Prinzip, dass jeder sich einen Schlüssel besorgen und dann auch außerhalb der Öffnungszeiten seine Bahnen ziehen kann. Im vergangenen Jahr wurden eine Beckenwand und eine Leitung erneuert, die Feuerwehr half an einem Dienstabend beim Pflastern. Fürs kommende Jahr kündigte die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Holtorf einen seniorengerechten Einstieg ins Schwimmbecken an. Dann werde auch in Eigenarbeit ein Sonnensegel über dem Kinderbecken gespannt, versprach Bürgermeister Gerd Sick.

 Sick, Mitglied der örtlichen Wählergemeinschaft KBV, vergab bei der Versammlung ein „Kompliment“ an die SPD: „Es haben alle an einem Strang gezogen.“ Gemeinsam haben die Wiemersdorfer das Großprojekt „Markttreff“ angeschoben. Für rund zwei Millionen Euro soll ein neues Dorfzentrum gebaut werden; 750000 Euro gibt es dafür an Zuschüssen. „Die Grundmauern sind geschüttet“, berichtete Sick vom Fortschritt der Bauarbeiten. Im vierten Quartal 2017 soll der Markttreff fertig sein.

 Silke Holtorf versorgte ihre Zuhörer mit Finanzzahlen und stellte fest: „Wir stehen nicht so schlecht da.“ Aktuelle Vorhaben wie die Sanierung der Gärtnerstraße oder der Markttreff können günstig finanziert werden: 1,37 Prozent auf 30 Jahre beträgt der Zinssatz für das neue Dorfgemeinschaftshaus.

 Im kommenden Jahr soll das Sportlerheim saniert werden, kündigte Holtorf an. Außerdem müsse ab 2017 die Wiemersdorfer Kanalisation auf Vordermann gebracht werden: 300000 Euro planen die Gemeindevertreter dafür pro Jahr ein. Wenn das Programm startet, werden die Gebühren steigen. Aber davor werden sie erst einmal reduziert, eine Folge der günstigen Entwicklung der vergangenen Jahre, erklärte Silke Holtorf.

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