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Ein Dorf feiert die Weltmeisterin

Wiemersdorf Ein Dorf feiert die Weltmeisterin

Mit feuchten Augen blickte Liza Martens auf die Menschentraube, die sich vor dem Klubheim des TSV Wiemersdorf eingefunden hatte. Rund 60 Familienangehörige, Freunde, Bekannte und Faustball-Kollegen und Kolleginnen waren gekommen, um ihre Weltmeisterin zu empfangen.

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Die 18-jährige Liza Martens vom Zweitligisten TSV Wiemersdorf gewann mit der U
18-Nationalmannschaft den Weltmeistertitel.

Quelle: Nils Göttsche

Wiemersdorf. Weltmeisterin? Ja, so darf sich die 18-Jährige seit Sonntag nennen. Im fränkischen Eibach sicherte sich die Zweitliga-Spieler des TSVW mit der Deutschen U18-Nationalmannschaft den Titel. Im Endspiel besiegten die Gastgeberinnen vor 1400 Zuschauern das Team aus Brasilien mit 4:2.

 Dass die frischgebackene Abiturientin das Finale nur von der Ersatzbank aus verfolgen durfte, störte sie überhaupt nicht. „Unsere Abwehrspielerinnen haben ihre Sache sehr gut gemacht. Deshalb hat der Trainer entschieden, nicht wie in den Spielen zuvor, viel zu wechseln“, sagt Liza Martens, die im Mai diesen Jahres erstmals in die Auswahl berufen wurde und dort in der Defensive eingesetzt wird. In ihrem Verein schlüpft sie in die Rolle der Hauptangreiferin. In den fünf WM-Begegnungen vor dem Finale hatte die Wiemersdorferinnen jeweils auf dem Platz gestanden und bewiesen, dass sie zurecht von den Nationaltrainern Dorothee Schröder und Frank Laux nominiert wurde.

 Als der letzte Angriff im Ziel untergebracht und das Finale gewonnen war, spielte es ohnehin keine Rolle mehr, ob man auf dem Feld oder neben ihm gestanden hatte. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr und Liza war mitten drin. „Das war Gänsehaut pur. Ich hatte Tränen in den Augen“, verrät Lizas Oma Helga Martens, die gemeinsam mit Mutter Angela und Schwester Pia nach Nürnberg zum Finale gereist war und auf der Tribüne kräftig die Daumen gedrückt hatte. Zahlreiche Wiemersdorfer fieberten auf einem Internet-TV-Sender mit.

 Hans-Christian Jörck hatte extra seinen Urlaub unterbrochen, war direkt nach Eibach gefahren und sah sich ebenfalls das Finale vor Ort an. Er kennt die Faustballerin Liza Martens aus dem Eff-Eff und hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der ersten Weltmeisterin in der Geschichte des TSV Wiemersdorf. Seit 12 Jahren hat der Trainer sie unter seinen Fittichen. „Sie ist flexibel, ehrgeizig, fleißig und unsere beste Angreiferin“, gerät Jörck förmlich ins Schwärmen. Er weiß genau, wovon er spricht. Seit mehr als 20 Jahren ist er als lizenzierter Faustballtrainer unterwegs. Er hat aber noch andere Talente: Begleitet auf der Gitarre brachten die anwesenden Gäste der Weltmeisterin ein von Jörck komponiertes Ständchen.

 Nach ihrem größten sportlichen Erfolg in ihrer jungen Laufbahn wird Liza Martens in den nächsten Monaten etwas kürzertreten müssen. Am 1. August beginnt sie ihre Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. „Ich werde dann nur noch einmal in der Woche trainieren können“, erklärt sie. Ihre sportlichen Ziele wird deshalb aber nicht reduzieren. Mit dem TSV Wiemersdorf, der die abgelaufene Zweitliga-Saison auf dem vorletzten Platz beendet hat, möchte sie weiterhin zweitklassig bleiben. „Langfristig wäre es aber schön, in der ersten Bundesliga zu spielen“, gesteht Liza Martens. Denn neben dem Weltmeistertitel hat sie nach den aufregenden Tagen noch mehr aus Eibach mit nach Hause gebracht: die Lust, Deutschland erneut auf dem Faustball-Feld zu vertreten.

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