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Latuff diesmal auf der Straße

Wiemersdorf Latuff diesmal auf der Straße

Mit einem bunten Umzug lockten die Latuff-Narren Hunderte Menschen auf die Straße, darunter auch viele aus den umliegenden Dörfern und aus Bad Bramstedt. „Einfach geil!“, entfuhr es nicht nur einem der Zuschauer angesichts der bunten Kostüme.

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Reinhold und Heike Betker mit Enkeltochter Jule Doll (13 Monate) hatten ihren Spaß am närrischen Treiben.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Wiemersdorf. Der eigentliche Latuff-Karneval foiel dieses Jahr aus, weil das Dorfhaus abgerissen worden war. Seit über 30 Jahren organisiert „Latuff“ - ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Landjugend, des Turnvereins und der Freiwilligen Feuerwehr - Karnevalsveranstaltungen im Ort. Schon einmal hatte es einen Ortswechsel geben müssen, weil der Dorfgasthof Zur Post geschlossen wurde. Die Karnevalisten wichen in Timm’s Gasthof in Großenaspe aus. Später konnten sie zurück in die alte „Post“. Die Gemeinde hatte das Gebäude gekauft und als Dorfhaus betrieben. Doch nun ist es abgerissen, voraussichtlich Mitte 2017 wird dort ein neues Dorfhaus mit Markttreff entstanden sein.

 Einen erneuten Ortswechsel nach Großenaspe wollte die Latuff-Gesellschaft nicht und so beschränkte sich der Karneval in diesem Jahr auf einen Umzug. „Flower Power im Winter – wir feiern uns warm“ lautete das Motto. Doch zum Glück spielte das Wetter mit, kein Regen, kaum Wind. Einige Bewohner an der Strecke hatten „Versorgungspunkte“ in ihren Vorgärten aufgebaut. Und so freute sich so mancher, neben Hochprozentigem, Sekt und alkoholfreien Getränken auch Glühwein, natürlich kostenlos, gereicht zu bekommen.

 Für Kinder war der Umzug ebenfalls ein großer Spaß. Für sie wurden von den Wagen in rauen Mengen „Kamelle“ geworfen. Ein Zaungast drehte kurzerhand seinen Regenschirm um, um möglichst viel der niederprasselnden Süßigkeiten zu erheischen. Einige Wiemersdorfer, darunter Christine Schneider, hatten sich darum gekümmert, auch die syrischen Flüchtlinge ins närrische Treiben einzubeziehen. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir nicht immer so sind“, meinte sie scherzhaft. Auf die Neubürger wirkten die schrill gekleideten Leute mit Kapelle vorweg wohl etwas skurril, aber sie hatten offensichtlich Spaß daran und knipsten mit ihrem Handy alles, was vorbeikam. Im Sportlerheim wurde zum Schluss noch gefeiert, allerdings ohne die früher üblichen Vorführungen.

 „Feiern können die Wiemersdorfer“, meinte ein Besucher aus Bad Bramstedt anerkennend. Und die Latuff-Vorsitzende Tanja Gerriets freute sich über das große Interesse: „Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Menschen kommen.“

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