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Spargel auf die Sprünge helfen

Wiemersdorf Spargel auf die Sprünge helfen

Noch ist es ihm eigentlich viel zu kalt und er steckt seinen Kopf nur sehr zögerlich aus dem schützenden Erdwall – doch die Spargelernte hat trotzdem begonnen. „Er benötigt eigentlich in 40 Zentimetern Tiefe rund zehn Grad Wärme“, erklärt Karl Schäfer, Chef des gleichnamigen Hofes in Wiemersdorf.

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Die Brüder Levente und Attila Raduly aus Rumänien sind zum zweiten Mal bei der Spargelernte auf dem Hof Schäfer dabei.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Wiemersdorf. Ohne Hilfsmittel sähe es derzeit auch schlecht aus. Deshalb bekommen die Beete, die mit Folie bedeckt sind, noch einen Folientunnel oben drauf. So entsteht ein Gewächshaus-Effekt, der das Wachstum des beliebten Spargels vorantreibt.

 „Den ersten Stich haben wir am 1. April vorgenommen, danach mussten wir drei Tage Pause machen, wegen der schlechten Witterung“, beschreibt Schäfer den zögerlichen Saisonstart. Inzwischen stechen seine Helfer zwei Mal am Tag, auch wenn sie noch nicht annähernd ausgelastet sind. 70 Saisonkräfte arbeiten für Schäfer auf dem Feld. Hinzu kommen die Verkäuferinnen im Hofladen und an den 12 Verkaufsständen, die im Radius von 40 Kilometern täglich zwei Mal mit frischer Ware beliefert werden. Zusätzlich sorgen Fahrer und Bürokräfte dafür, dass das Geschäft läuft.

 Im Restaurant-Zelt auf dem Hofgelände mit 100 Sitzplätzen bedient zusätzliches Servicepersonal die Gäste. Das Restaurant ist ab sofort von freitags bis sonntags und an den Feiertagen von 11.30 bis 19 Uhr geöffnet. Auf der Karte stehen verschiedene Spargel-Gerichte.

 Höhepunkt der Spargelsaison auf dem Hof Schäfer ist das Spargelfest. Es beginnt am Sonntag, 22. Mai, um 10 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Die Besucher können über einen Kunsthandwerkermarkt bummeln und Obst und Gemüse aus der Region kaufen. Außerdem wird es eine Show-Küche geben, in der leckere Spargelvarianten probiert werden können. Musikalisch gibt es Zünftiges vom Musikzug des TSV Wiemersdorf und Rockiges von den „Melkern“. Sänger Alfred Spohr wird wie eh und je seinem Publikum einheizen, das schon das Eine oder andere Mal auf den Tischen tanzte.

 Auf 45 Hektar wird der Spargel von Karl Schäfer geerntet; zehn Hektar wurden neu angelegt: „Bis man diesen Spargel ernten kann, vergehen zwei Jahre“, erklärt Schäfer. Er hatte den Spargelbetrieb vor 39 Jahren von seinem Vater übernommen. „Ich war damals erst 23 als mein Vater starb“, erzählt er. „Plötzlich musste ich die Verantwortung für einen großen landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen.“ Neben Spargel baut der heute 62-Jährige auch Getreide an.

 Langsam sei es an der Zeit, die Verantwortung an die nächste Generation weiterzugeben. Sohn Christian (35) übernimmt ab dem 1. Juli offiziell die Betriebsleitung des Hofes. Der Junior ist ein ebenso begeisterter Spargelbauer wie sein Vater. Und auch dessen Frau Lena unterstützt den familiären Betrieb tatkräftig, erzählt Karl Schäfer. „Ich möchte dann nur noch mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, aber nicht mehr die Verantwortung tragen.“ Sein Altenteil wird er auch nicht auf dem Hof beziehen, sondern im Nachbarort Großenaspe.

 Der Spargelpreis bei Schäfers liegt derzeit bei 11,90 Euro pro Kilogramm. Spargel-Fan Christel Hill wohnt in der Nachbarschaft und nutzt die Nähe zu Schäfers: „Wir kommen fast täglich und essen auch gerne im Zelt unseren Spargel.“

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Ein Artikel von
Uwe Straehler-Pohl

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