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Wikinger: Mit Gebrüll und Galganek

Wildpark Eekholt Wikinger: Mit Gebrüll und Galganek

Die Kettenhemden klirren. „Wikinger in Eekholt“ heißt die Veranstaltung: Seit Donnerstag und noch bis Sonntag haben die Mittelalter-Darsteller ihre Zelte im Wildpark Eekholt aufgeschlagen, schon am ersten Tag besuchten 5000 Besucher das Lager.

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Auch Bogenschießen zeigen die Wikinger im Wildpark. Der sechsjährige Max Hennings aus Wilster findet das spannend.

Quelle: Jann Roolfs

Großenaspe. Bianca und Martin, Wikingername „Skjalf“, sitzen in der Öffnung ihres Zeltes, in dem sie vier Nächte lang halb öffentlich leben und schlafen. Skjalf arbeitet am Riemen seines Helms, Bianca polstert seinen Schwertgurt mit Kaninchenfell aus: „Der schneidet sonst in den Hals“, erklärt die junge Frau. Skjalf bereitet sich auf den täglichen Höhepunkt des Marktes vor. Er ist einer der Akteure bei den Schaukämpfen, die zwei Mal täglich vorgeführt werden. Das Paar macht zwei bis vier Mal pro Jahr als Wikinger bei solchen Veranstaltungen wie in Eekholt mit: „Da geht auch eine Menge Urlaub drauf“, sagt Martin. Die beiden gehören zur Gruppe der Hammerburg Falken, die mit rund 15 Darstellern vertreten sind. Sie versuchen, das Wikingerleben um das Jahr 1000 möglichst authentisch nachzuempfinden. Bis alles passt, dauert es aber; Skjalf zeigt auf seine beiden Zeltstangen aus Metall: „Das wird noch ausgetauscht gegen Fichte.“

 In der Schänke gibt es Bier aus Keramikbechern, Händler bieten Sachen aus Leder oder Speckstein an, es gibt Trinkhörner zu kaufen und solche zum Musizieren. Blina hat vor ihrem Küchenzelt zwei Lagerfeuer brennen, über denen rußgeschwärzte Töpfe hängen. „In einem köchelt den ganzen Tag lang Fleischbrühe“, erklärt sie; die Zutaten: Rinderzunge, Kalbsknochen, Herz und eine Beinscheibe. Außerdem bereitet sie heute eine Frühlingssuppe zu mit frischem Gemüse und Hüttenkäse, einen Met-Fleischtopf und Galganek, eine Art Pudding aus Sauerrahm, Eiern, Honig und Mehl: „Der muss schön lange stocken und ziehen“, sagt Blina. Später wird er dann aufgewärmt oder in Scheiben geschnitten, gebraten und mit Zucker und Zimt gegessen. Mittelalterliches Kochen ist ihr Hobby, ihr Mann Skegsi – bürgerlich: Tim – räuchert dazu Fisch und Wurst. Die beiden erklären gern, was vor 1000 Jahren in die Töpfe kam und wie es zubereitet wurde. Vom Verkaufserlös bezahlt Blina ihre Materialkosten und behält „vielleicht ein bisschen Spritgeld“ übrig, erzählt sie.

 Kinder können auf dem Markt Specksteinamulette herstellen, Holzmesser schnitzen oder Kerzen ziehen. Mareike Wiek aus Pinneberg macht mit ihrem sechsjährigen Sohn Maximilian davon gerne Gebrauch. Sie stellt auf einem Hocker sitzend ein Holzmesser her. „Ich bin hier, weil ich meinen Kindern das Wikingerleben zeigen will“, sagt sie. Das kann sie hier auf unterhaltsame Weise.

 Musik und Kampf sind die Höhepunkte im Tagesablauf des Lagers. Drei Mal täglich treten „Die Vertriebenen“ auf und musizieren, zwei Mal findet die Waffenschau mit Schaukämpfen statt. Die grundlegenden Techniken werden erklärt und dann geht es los: Schwert gegen Schwert, Schwert gegen Axt, es knallt und klirrt, wenn die Waffen aufeinander oder auf die Schilde treffen. Zum Schluss gibt es eine große Rauferei, wenn acht Wikinger mit Gebrüll aufeinander losgehen.

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Ein Artikel von
Jann Roolfs

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