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Zwei aufgeweckte Kerlchen

Wildpark Eekholt Zwei aufgeweckte Kerlchen

Großenaspe. Fu und Fara sind derzeit die ausgemachten Lieblinge der Tierpfleger im Wildpark Eekholt. Erst seit zwei Wochen leben die beiden Fuchskinder in ihrem Gehege. Zuvor wurden sie von Eekholts Geschäftsführer Wolf von Schenk und seiner Frau Elvira neun Wochen per Hand aufgezogen.

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Fara im Stein-Versteck. Später sollen sie sich die beiden Füchse ein Gehege mit Dachsen teilen.

Quelle: Sylvana Lublow

Großenaspe. Die Füchse wurden im niedersächsischen Landkreis Verden in einem alten Backhaus gefunden, mutterlos, jedes gerade mal 280 Gramm schwer. Über ein paar Umwege gelangten die Tierbabys nach Eekholt.

 „Handaufzucht ist ohnehin schon toll, aber mit Füchsen ist es etwas ganz Besonderes“, findet Annelie Otten: „Zumal diese Tiere in der Natur sehr scheu sind.“ Das kann man von den Fuchs-Geschwistern nicht behaupten. Als sich Otten und Azubi Kelly Pfaff dem Gehege nähern, sitzt Fu schon an der Tür und wartet. Kaum sind die beiden Tierpflegerinnen eingetreten, wirft sich der kleine Rotfuchs winselnd vor Freude auf den Rücken und lässt sich kraulen. Verspielt schnappt er nach den Händen, beißt aber nicht zu. „So überschwänglich werden wir nicht immer begrüßt. Manchmal ist es ihnen auch einfach egal“, erklärt Annelie Otten. Fara ist zunächst etwas zurückhaltender, sie bekommt auf Grund einer kleinen Verletzung an der Pfote Medikamente. Auch Fu hat eine Blessur am Schwanz. „Sie toben ziemlich viel miteinander, dabei wird es wohl passiert sein“, sagt Otten.

 Doch erst einmal gibt es eine Spielstunde mit den Tierpflegerinnen. „Wir sind mindestens drei mal eine Stunde am Tag hier. Die Füchse sollen handzahm bleiben, deshalb ist es wichtig, dass sie so viel Kontakt zu Menschen haben, wie möglich“, erklärt Annelie Otten. Jeder Mitarbeiter, der Zeit hat, soll die Tierkinder besuchen gehen. Zwingen müsse man dazu niemanden.

 Neugierig beschnuppert Fu alles, was er nicht kennt. Scheu hat das aufgeweckte Kerlchen vor niemandem. „Solche menschenbezogenen Wildtiere sind sehr wertvoll für unsere umweltpädagogische Arbeit“, sagt Otten. „Kinder haben einen ganz anderen Bezug zu Tieren, wenn man sie ihnen zeigen kann.“ Mit Fu und Fara haben die Pfleger deshalb noch viel vor: Im täglichen Tiertraining sollen sie lernen, auf Befehle zu hören. „Sitz“ kann Fu schon. „Das hat er innerhalb von drei Tagen gelernt“, sagt Otten. Füchse sind eben schlau und werden zu Unrecht von vielen Menschen noch immer als Tollwut-Überträger geächtet. „Diese Zeiten sind vorbei. Deutschland gilt mittlerweile als tollwutfrei“, erklärt die Tierpflegerin.

 In den letzten beiden Jahren sind die zwei alten Füchse des Wildparks gestorben. Sie wurden 13 und 14 Jahre alt. In der Wildnis werden sie maximal zehn Jahre alt. Spätestens im nächsten Jahr sollen Fu und Fara sich ihr 1000 Quadratmeter großes Gehege mit Dachsen teilen. „Es wäre toll, wenn wir da auch zahme bekämen“, sagt Otten. In der freien Natur verstehen sich Fuchs und Dachs gut. „Die Dachse buddeln sich ihren Bau und die Füchse ziehen da mit ein. Das klappt gut, weil im Bau Burgfrieden herrscht.“

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