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Weiterer Winnetou gestorben

Schauspieler Thomas Schüler Weiterer Winnetou gestorben

Er war der Winnetou der 1970er Jahre. Jetzt ist Thomas Schüler – 35 Jahre nach seinem letzten Wildwest-Einsatz in Bad Segeberg – an einer schweren Krankheit gestorben. Im Juni war bereits Winnetou-Darsteller Pierre Brice (von 1988 bis 1991 in Bad Segeberg) gestorben.

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Der nackte, muskelbepackte Oberkörper war Thomas Schülers Markenzeichen, als er von 1977 bis 1980 den Winnetou im Bad Segeberger Freilichttheater am Kalkberg spielte.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. Viele ältere Karl-May-Fans erinnern sich noch an den muskulösen Häuptling mit dem nackten Oberkörper. Schüler kam 1976 vom Heilbronner Theater nach Bad Segeberg, nachdem Verhandlungen mit Vorgänger Klaus-Hagen Latwesen gescheitert waren. Schüler war ein sportlicher Mann und hatte sich in Italien sogar zum Cascadeur ausbilden lassen. Dadurch konnte er wilde Ritte und handfeste Zweikämpfe zeigen.

 Das klassische Winnetou-Kostüm lehnte er ab. Er wäre am liebsten nur im Lendenschurz aufgetreten, weil er realitätsnäher war als das helle Hirschledergewand mit Fransen. „Zu Hause trägt man doch auch keinen Smoking“, pflegte er zu sagen. Mit Intendant Harry Walther einigte er sich auf einen Kompromiss: Er trug die Winnetou-Hose und spielte „oben ohne“.

 Walther zog den gebürtigen Wiener im ersten Jahr übrigens gewaltig über den Tisch. Schüler hatte sich im Vorfeld bei einer Agentur erkundigt, wie viel er für die Winnetou-Rolle verlangen sollte. Antwort: 5000 Mark. Leider überhörte er den Hinweis, diese Summe sei pro Monat zu zahlen und nicht für die gesamte Saison...

 Viermal gab Schüler bis 1980 den berühmten Krieger. 1978 war er im letzten Orient-Stück „Durchs wilde Kurdistan“ als Bösewicht Kiamil zu sehen. Dann wurde er von seinem Vorgänger Latwesen abgelöst, der zum Intendanten aufstieg.

 Schüler hat nie einen Hehl daraus gemacht, für wie langweilig er die Winnetou-Rolle im Vergleich zu den Schurken hielt. Nach Bad Segeberg kehrte er nur noch zu Besuchen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Tanja Schumann zurück. Ein letztes Karl-May-Jahr erlebte er auf der Bühne im österreichischen Gföhl als „Dr. Jefferson Hartley“ – ein schlimmer Finger. So, wie er es sich immer gewünscht hatte.

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