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Unternehmerverein vor dem Ende

Wir für Segeberg Unternehmerverein vor dem Ende

Nach nur sechs Jahren steht die Unternehmergemeinschaft Wir für Segeberg vor der Auflösung. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 12. Mai, wird der gesamte Kernvorstand nicht mehr zur Wahl antreten. Das geht aus einem Schreiben an die Mitglieder hervor.

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Jörn Wohlgehagen (von links), Dirk Lemcke und Dieter Koep treten im Mai nicht mehr als Wir-für-Segeberg-Vorstand an.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg. In dem Brief wird auch eine Umstrukturierung vorgeschlagen, aber insgesamt sieht die Perspektive eher düster aus.

 Aufhören werden Vorsitzender Dirk Lemcke, sein Stellvertreter Jörn Wohlgehagen und Schatzmeister Dieter Koep, der alllerdings bereit wäre, erneut ein Amt zu übernehmen – aber nur, wenn sich an der Struktur des Vereins etwas Wesentliches ändert.

 Wir für Segeberg war Mitte 2010 als Nachfolger der Werbegemeinschaft Kalkbergring gestartet. Dort hatte es zahlreiche Zerwürfnisse und Eifersüchteleien gegeben, die in ihrer Summe zum Ende der Gruppe führten. Mit Wir für Segeberg und seiner breiten Struktur inklusive eigenständiger Initiativkreise, die diverse Fachgebiete abdecken, sollte alles besser werden.

 Nach nur einem Jahr schmiss aber Gründungsvorsitzender Ingo Micheel im Streit hin. Mehr als zwölf Monate hielten Wohlgehagen und Koep den Verein notdürftig allein am Laufen, bis mit Dirk Lemcke ein geeigneter Nachfolgekandidat präsentiert werden konnte. Doch dessen Wahl zum Vorsitzenden geriet zur Peinlichkeit. Zur entscheidenden Sitzung erschienen nicht genügend Mitglieder. Erst mit mehreren Wochen Verzögerung wurde Lemcke dann doch noch gewählt. Es war keine Missachtung seiner Person – bei vielen Unternehmern war offenbar das Interesse am Verein schon wieder erloschen. Dabei hatte es Wir für Segeberg schnell auf knapp 140 Mitglieder gebracht. Diese Zahl gilt auch noch heute.

 Der Enthusiasmus hielt sich aber in Grenzen – und das hat nun auch den Kernvorstand zum Resignieren gebracht, zumal Wir für Segeberg als Sprachrohr der Unternehmerschaft in Öffentlichkeit und Politik ohnehin kaum auftrat und auch keinerlei Veranstaltungen organisierte. Diese früheren Kalkbergring-Aufgaben werden inzwischen von Unternehmern wie Ulf Peters mit seinen Nachbarn aus der Hamburger Straße, den Geschäftsleuten aus der Kurhausstraße oder von einzelnen Firmen übernommen.

 „Leider ist in den vergangenen ein bis zwei Jahren ein Fortschritt nicht mehr deutlich zu erkennen“, teilt das Vorstands-Trio von Wir für Segeberg nun mit. „Aus dem Kreis der Mitglieder und natürlich auch aus dem Kreis des Vorstandes werden immer weniger Initiativen entwickelt. Initiativkreise finden nicht mehr zusammen und bestehen teilweise nur noch auf dem Papier.“ Oft fehle die Bereitschaft, Zeit für das Ehrenamt aufzubringen.

 Auf der Jahreshauptversammlung, dem Unternehmerparlament, soll nun im Mai über die Auflösung des Vereins diskutiert und entschieden werden. Es gibt nach Einschätzung von Lemcke, Wohlgehagen und Koep zu diesem drastischen Schritt aber zwei Alternativen.

 Das erste Konzept steht unter dem Motto „Reine Finanzierung“. Die Mitglieder sollen unter Leitung eines vierköpfigen Vorstandes, zu dem neben den bisherigen Posten auch ein Projektmanager gehören soll, Einzelvorhaben prüfen und gegebenenfalls fördern. „Die Idee ist, dass Mitglieder oder Externe als Paten dem Vereinsvorstand Projekte vorschlagen“, heißt es in dem Schreiben. Der Pate soll das Vorhaben durchführen. Die Initiativkreise bestehen weiter.

 Das zweite Konzept (Titel: „Professionalisierung“) sieht vor, den Verein in eine Dachgesellschaft zu integrieren, deren Gesellschafter ähnliche Interessen verfolgen wie Wir für Segeberg. „Bei dieser Konstellation verspricht man sich eine größere Schlagkraft und eine bessere finanzielle Ausstattung, die auch die Finanzierung eines hauptamtlichen Geschäftsführers ermöglicht“, schreibt der Vorstand. „Dies erfordert aber eine Kapitalausstattung durch Dritte, da die Mitgliedseinnahmen des Vereins bei weitem nicht ausreichen.“

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