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Früher Panzer, jetzt Paradies

Wittenborner Heide Früher Panzer, jetzt Paradies

Die Bundeswehr machte es möglich: Im Kreis Segeberg gibt es ein neues, großes Naturschutzgebiet. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) unterzeichnete die Verordnung für die Wittenborner Heide, dem ehemaligen Standortübungsplatz an der B206 zwischen Schafhaus und Wittenborn.

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Bundesförster Christian Jeschke, stets begleitet von Beagle-Jagdhündin Lotte, hegt und pflegt die Wittenborner Heide, ein rund 300 Hektar großes Naturparadies mit viel Heidelandschaft.

Quelle: Gerrit Sponholz

Wittenborn. Es ist ein Paradies mit Heide, Hügeln, Fledermausquartier und Silbersee. Das Areal diente den Soldaten der 2008 geschlossenen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Bad Segeberg als Standortübungsplatz. Weil die Wittenborner Heide Jahrzehnte lang für andere Nutzer tabu war und die Manöver den Lebensverhältnissen bestimmter Pflanzen und Tiere entgegenkamen, konnten sich Heide und Waldlandschaft prächtig entwickeln.

 2009 war der Übungsbetrieb eingestellt worden. Seitdem und seit der Öffnung für viele Spaziergänger und Hundehalter gilt die Heidelandschaft als Wanderparadies. 2012 stellte das Land fast 300 der 330 Hektar sicher, damit das Gelände unberührt von anderer Nutzung bleibt. In einem Teil liegt ohnehin eine EU-Vogelschutzzone. Was dazu beitrug, die A20 nicht durch diesen Bereich zu planen. Die 90 Meter breite Trasse wird allerdings einen Zipfel des Waldes im Osten durchschneiden und Grenze für das neue Schutzgebiet sein.

 2014 war in einem Haus, an dem Soldaten den Orts- und Häuserkampf geübt hatten, ein Quartier für Fledermäuse eingerichtet worden, in dem Forscher das Leben der Tiere beobachten.

 Bundesförster Christian Jeschke wacht über das Gelände. Er nimmt Bäume weg, wenn sie die Heide überwuchern. Pflanzt Buchen nach, setzt Apfel- und Birnenbaum, gibt auch Beeren und Kastanien eine Chance, hält Damwild, Rehwild und Schwarzwild im Zaum, organisiert den Holzeinschlag, und pflegt die Uferzone des Silbersees, eines Relikts vermutlich von Torfarbeiten. Was ihn ärgert, sind allerdings Fußgänger, die abseits der Wege gehen und die Tierwelt gefährden. Noch schlimmer: Motorradfahrer, die durch das Gelände rasen.

 Die ehemalige Panzerwaschanlage erfüllt weiterhin einen Zweck. Die Wasserbecken dienen den umliegenden Feuerwehren als Wasserreservoir bei Einsätzen im Wald und dem Umland.

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Gerrit Sponholz
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