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Ärgernis Kopfsteinpflaster

Wochenmarkt Bad Bramstedt Ärgernis Kopfsteinpflaster

Seit über 20 Jahren ärgert Besucher des Wochenmarktes das grobe Kopfsteinpflaster. Dank der im letzten Jahr fertiggestellten Bleeck-Erneuerung ist die Fläche nun zur Hälfte mit glattem Betonpflaster versehen. Doch der Wochenmarkt wird noch immer zum großen Teil auf dem Kopfsteinpflaster aufgebaut.

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Wo eigentlich Marktstände auf glatter Fläche stehen könnten, parken Autos.

Quelle: Uwe Straehler-Pohl

Bad Bramstedt. Warum? Schon zu Fuß ist das Pflaster schlecht begehbar, mit Rollator oder Rollstuhl wird es fast unüberwindlich. SPD-Stadtverordneter Arnold Helmcke weiß sogar von einem Unfall. „Eine Frau ist dort mit ihrem Rollator gestürzt“, berichtete er. Die Frau habe ihn angerufen und dringend darum gebeten, für Abhilfe zu sorgen. „Hinzu kommt noch, dass der glatt gepflasterte Weg über die Kopfsteinpflasterfläche jeden Sonnabend, wenn Wochenmarkt ist, zugeparkt wird. Der wurde extra für gehbehinderte Menschen geschaffen“, erklärte Helmcke der SZ.

 Das grobe Kopfsteinpflaster war in den 1990er Jahren im Zuge der Innenstadtsanierung verlegt worden. Die aus Polen gelieferten Steine sind seitdem ein Ärgernis. Weil die damalige Sanierung aber mit Städtebauförderungsmitteln bezahlt wurde, durften die Steine im letzten Jahr bei der Bleeck-Umgestaltung nicht einfach wieder entfernt werden. Die Stadt hätte hohe Summen an Fördermitteln zurückzahlen müssen. Ein Teil des Pflasters wurde dann aber doch entfernt. Diese Fläche sowie ein Teil der früheren Fahrbahn bekamen Betonpflaster und sollen als Veranstaltungsplatz dienen, eben auch für den Wochenmarkt.

 Doch die Hälfte der rund zwanzig Verkaufsstände steht sonnabends noch immer auf dem alten Pflaster. Und das ärgert Händler und Kunden gleichermaßen. Die Händler beklagen, dass sie ihre Stände nur schwer auf dem unebenen Pflaster aufstellen können. Lothar Baumgarten aus Haseldorf kann mit seinem Obststand den Unterschied zwischen glattem und unebenen Pflaster besonders gut beurteilen. Ein Teil seines Standes befindet sich auf glattem Untergrund, der andere auf den Kopfsteinen. „Vor allem das Aufbauen ist schwer. Arbeiten mit dem Hubwagen sind nur auf dem glatten Pflaster möglich“, hat er festgestellt. Hans-Jürgen Seifried aus Hohenlockstedt, dessen Vater schon ab 1985 Kartoffeln auf dem Wochenmarkt selbst vermarktet hat, ist froh, auf dem neuen Pflaster stehen zu können. „Es ist hier deutlich einfacher aufzubauen. Außerdem ist es jetzt körperlich weniger anstrengend, hier zu stehen“, erzählt Seifried.

 Auch die Kunden beklagen sich: „Ich finde es furchtbar, mit dem Rollator auf diesem Pflaster zu gehen“, sagt Gerda Lackmann aus Hagen. Sie kommt gerne auf den Markt. „Er bietet älteren Menschen Gelegenheit zum Klönen.“

 Wenn alle Stände auf dem glatten Pflaster stünden, ginge das noch viel besser. „Ich bleibe aber in jedem Fall meinem Eiermann treu“, sagt Gerda Lackmann. Andreas Schulzeck kommt des Öfteren mit Bewohnern des Pflegeheims Haus Waldeck zum Markt. „Wir hatten unsere Fahrten zeitweilig schon eingestellt, weil die Sturzgefahr für sie zu groß war“, erklärt Schulzeck. Jetzt geht es zumindest auf dem glatten Pflaster besser.

 Dass der Markt noch nicht komplett auf die freie Fläche umgezogen ist, hänge mit der noch fehlenden Fontäne zusammen, erklärt Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Der Markt sollte erst komplett umziehen, wenn die Fontäne in Betrieb ist. Das zumindest sei der Wunsch der Markthändler. „Ein Plan ist aber bereits in Arbeit“, betont Kütbach. Darin werde festgelegt, wo künftig jeder Stand stehen soll.

 Augenscheinlich dürfte es jedoch eng werden, alle 20 Stände auf die glatte Fläche zu bringen. Auch einige Markthändler haben Zweifel, ob das passen wird. Dirk Giese meint: „Wenn alle ein paar Zugeständnisse machen, muss man schauen, wie es geht.“ Ganz ohne Kompromisse werde es wohl nicht funktionieren. Und ob der bewährte Rundgang weiterhin möglich ist, sei fraglich. Er hätte jedenfalls auch lieber einen Standplatz auf dem neuen Pflaster.

 Wann die Fontäne kommt, ist immer noch nicht klar. „Wir warten täglich auf den Förderbescheid“, sagt Kütbach. Er hofft auf einen Zuschuss von 50000 Euro, den das Holsteiner Auenland genehmigen muss. Die Fontäne selbst kostet rund 80000 Euro.

 SPD-Mann Helmcke dauert das alles zu lange. „Wir wissen doch, wo die Fontäne hin soll. Das kann man doch mit Kreide markieren und den Markt schon jetzt dort hin verlagern“, meint der Stadtverordnete.

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