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Es ist ruhig geworden um die Wölfe

Wildpark Eekholt Es ist ruhig geworden um die Wölfe

 Um Canis Lupus, den Wolf, ranken sich viele Geschichten. In freier Wildbahn bekommt ihn so gut wie nie jemand zu Gesicht, aber unberührt lässt das Tier kaum jemanden. Einmal im Jahr sind die Wolfsnächte im Wildpark Eekholt, am Wochenende war es wieder so weit. Rund 2000 Besucher kamen.

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Die Eekholter Wölfe betrachteten neugierig den Betrieb an ihrem Gehege. Fünf von ihnen leben im Wildpark.

Quelle: Jann Roolfs

Großenaspe. Verhasster Räuber und gefürchteter Schädling für Tierhalter, willkommener Neuansiedler, Kuscheltier aus dem „Dschungelbuch“: Eine Schneise aus Informationen durch das Dickicht aus Legenden und Gerüchten zu schlagen, das ist die wichtigste Aufgabe des schleswig-holsteinischen Wolfsinformationszentrums. Das liegt in Großenaspe, es ist der Wildpark Eekholt. Hier leben fünf Wölfe in Gefangenschaft, vom Eingang führt eine „Wolfsmeile“ zu ihrem Gehege, die gesäumt ist mit Hinweisen und Informationen.

 Höhepunkte der Wolfsnächte sind die Fütterung am beleuchteten Wolfsgehege zum Sonnenuntergang und die Touren eines Schlittenhundegespanns durch den Park. Heide Hansen liest im Zelt Geschichten vor, am Tisch basteln Kinder hölzerne Kettenanhänger mit gestempelten Wolfsmotiven. Draußen brennt das große Lagerfeuer, Dutzende von Ästen mit Stockbrot ragen in die Glut. Wer auf der falschen Seite sitzt, wird vom Qualm gleich selbst mit geräuchert. Denn es ist regnerisch und ausgesprochen ungemütlich am Sonnabend; was aber die Kinder offenbar so wenig stört wie die Wölfe und die vielen mitgebrachten Haushunde.

 In einer Senke liegen die Schlittenhunde und warten auf ihren Einsatz. Mal dösen sie, mal bellen sie einen Besucherhund, zwischendurch sind sie von Familien belagert und werden von vielen Kinderhänden gestreichelt. Dann werden die Gäste hinausgebeten aus der Senke und die Malamutes für eine Runde durch den Park vor einen kleinen Wagen gespannt.

 Im Wildpark Eekholt arbeiten drei Wolfsbetreuer. Die Leiterin der Wildparkschule Ute Kröger, der Geschäftsführer Wolf von Schenck und dessen Frau, die Wild-Tierärztin Elvira, informieren Menschen über Wölfe. Das tut Elvira von Schenck am Sonnabend und am Sonntag jeweils mit zwei Vorträgen über Wölfe in Schleswig-Holstein. Mehr als 30 Zuhörer sitzen in der Hütte direkt am Gehege und lassen sich erklären, wie Schafe vor den Wölfen geschützt werden und was Menschen tun sollen, wenn sie einem Wolf in freier Wildbahn begegnen – sehr unwahrscheinlich, aber wenn es passiert: ruhig bleiben, der Wolf wird sich zurückziehen, ihn nicht rufen oder gar füttern. Weitere Aufgabe der Wolfsbetreuer ist es, Hinweisen auf die Tiere nachzugehen. „Eine Fährte kann nie ein Nachweis sein“, erläutert von Schenck. Ein Nachweis besteht nur, wenn genetische Spuren eines Wolfes gesichert und identifiziert werden, zum Beispiel an einem Kothaufen oder einem gerissenen Tier. Oder wenn mal wieder ein Wolf überfahren wird.

 In den vergangenen Monaten ist es vergleichsweise ruhig um die Wölfe in Schleswig-Holstein geworden. „Vermutlich gibt es Wölfe in Schleswig-Holstein, aber man kann es nicht beweisen“, sagt Wolf von Schenck. Bei ihm laufen nach wie vor viele Hinweise auf Sichtungen ein. In den Nachbarbundesländern gibt es Wolfsrudel, im Alter von ein bis zwei Jahren verlassen die Tiere ihre Familie und suchen ein eigenes Revier; meistens im Umkreis von 50 Kilometern, aber sie legen auch problemlos mehrere Hundert Kilometer zurück.

 Wölfe haben sich seit 2007 in Schleswig-Holstein umgesehen, einige sind bis Dänemark weitergezogen. 2012 und 2015 war schon jeweils ein Tier für drei Monate in der Segeberger Gegend unterwegs, berichtet von Schenck. „Es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sich hierzulande ein Wolf fest ansiedelt“, glaubt der Wolfsbetreuer.

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