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Schönfeld hadert mit der Satzung

Zweckverband Schönfeld hadert mit der Satzung

Im Zweckverband Mittelzentrum haben Bad Segeberg, Wahlstedt, Fahrenkrug und Schackendorf jeweils gleich viel zu sagen – und das wurmt Kreisstadt-Bürgermeister Dieter Schönfeld derzeit gewaltig.

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Bad Segebergs Bürgermeister hadert mit der Zweckverbandssatzung.

Quelle: Archiv

Bad Segeberg/Wahlstedt. Es ist ein bisschen so wie bei der FIFA: Dort hat Andorra mit seinen gut 76000 Einwohnern genauso viel Stimmrecht wie Deutschland mit über 81 Millionen Menschen oder die USA mit mehr als 317 Millionen.

 In der Zweckverbandsversammlung sitzen 24 Vertreter: jeweils sechs aus den vier Orten, die sich 1977 in dem Verband zusammengeschlossen haben. In den 70er Jahren war angestrebt worden, aus den beiden Städten und den beiden Gemeinden einen großen Ort zu machen. Doch die Kooperation kam nie zustande; nur im Zweckverband, der ursprünglich nur die gemeinsame Abwasserkanäle managte, lebte die Zusammenarbeit weiter.

 Inzwischen gibt es gemeinsame Gewerbegebiete, und bei der Aufstellung von Flächennutzungsplänen arbeiten die Orte zusammen. Meistens sind sie sich einig, aber beim geplanten Einzelhandel im Levo-Park gehen die Meinungen auseinander. Die Wahlstedter sind aus Angst vor Konkurrenz für die eigene Innenstadt gegen die von Investor Ulrich Wachholtz angepeilten 12000 Quadratmeter Verkaufsfläche; bei vielen anderen Vertretern ist das Abstimmungsverhalten noch offen. In Bad Segeberg haben sich bereits CDU und Grüne gegen das Projekt ausgesprochen.

 Es könnte eng werden für das Vorhaben – und das behagt Dieter Schönfeld überhaupt nicht. „Wir stellen 60 Prozent der Einwohner, haben aber nur 25 Prozent der Stimmen“, sagt der Verwaltungschef. „Das ist ein Webfehler aus der Gründerzeit, der bisher keine Rolle gespielt hat. Die Gründungsväter haben sich das so garantiert nicht gedacht, dass sich die Stadt Bad Segeberg das Heft aus der Hand nehmen lässt.“

 Bisher habe es das „Gentlemen’s Agreement“ gegeben, also die stillschweigende Übereinkunft, dass sich die vier Orte nicht gegenseitig in ihren Planungen behindern „und dass man die Standortgemeinde ihre Ziele verwirklichen lässt“, sagt Schönfeld. Sofern eine Gemeinde selbst etwas für gut befunden hat, haben die drei anderen nicht dagegen gestimmt.

 Allerdings hatte bisher auch kein Projekt derart starke Auswirkungen auf die Nachbarn wie jetzt der Levo-Park. Richtigen Ärger gab es in jüngerer Zeit nur, als Schackendorf eine Spielhalle ansiedeln wollte und von den Kollegen als Förderer des Glücksspiels gebrandmarkt wurde.

 Die entscheidende Abstimmung findet am Dienstag, 8. Dezember, im Bürgersaal des Bad Segeberger Rathauses statt. Die Wahlstedter wollen den Einzelhandel im Flächennutzungsplan stoppen, weil sie später bei der Aufstellung des Bebauungsplans nicht mehr mitreden können. Dieses Verfahren liegt allein in der Verantwortung der Bad Segeberger.

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