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Ein Zeichen für die Zukunft

Madsack Medien Campus Ein Zeichen für die Zukunft

Von der Regionalzeitung bis zum bundesweiten Internetportal: Im neuen Madsack Medien Campus lernt der Nachwuchs die ganze Bandbreite des Journalismus kennen.

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Quelle: Madsack Medien Campus

Hannover. Der Berufswunsch ist legendär geworden: „Irgendwas mit Medien“ könnte man ja mal machen. Doch mit „irgendwas“ ist es eben nicht getan. Neue Technik, wachsende Konkurrenz und andere Erwartungen der Leser haben die Anforderungen an Journalisten verändert. Die Madsack Mediengruppe investiert deshalb in die Aus- und Weiterbildung. Am Freitag haben die ersten Volontäre ihre Ausbildung am neuen Madsack Medien Campus begonnen. „Damit treiben wir unsere Offensive für Qualitätsjournalismus voran“, sagte Madsack-Chef Thomas Düffert zum Start im hannoverschen Anzeiger-Hochhaus.

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Am Freitag haben die ersten Volontäre ihre Ausbildung am neuen Madsack Medien Campus begonnen. „Damit treiben wir unsere Offensive für Qualitätsjournalismus voran“, sagte Madsack-Chef Thomas Düffert zum Start im hannoverschen Anzeiger-Hochhaus.

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Der über 100 Jahre alte Bau mit seiner Schalterhalle im Jugendstil wurde nicht zufällig gewählt: Mit seinem neuen Projekt will Madsack die traditionellen Stärken des Journalismus in die Zukunft führen. „Wir wollen in schwierigen Zeiten ein Zeichen setzen“, sagte Düffert, der die Medienbranche aktuell in zwei Gruppen teilt. „Die einen sagen: Es wird blutig.“ Diese Unternehmen verabschiedeten sich vom Journalismus und investierten ihr Geld in Verkaufsportale. Das sei nicht nur gesellschaftlich, sondern auch geschäftlich ein gefährlicher Weg, sagte Düffert. Die andere Gruppe glaube an den Journalismus und investiere in seine Qualität – „und zu denen gehören wir“. In Zeiten von Fake News sei Journalismus mehr denn je eine Berufung. „Sie sind bei einem Unternehmen, das es ernst meint mit dem Journalismus“, sagte Düffert den Volontären und: „Lassen Sie sich nicht verbiegen.“

In der Branche weckt das Projekt viel Aufmerksamkeit. Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), gratulierte zur Gründung und sagte: „Eine vielseitige Ausbildung, die neben den anspruchsvollen inhaltlichen Anforderungen auch die technischen und wirtschaftlichen Aspekte des Journalistenberufs in den Fokus nimmt, ist heute wichtiger denn je. Der Madsack Medien Campus steht für solch ein ganzheitliches Konzept und macht die Absolventen fit für die Zukunft.“

„Die Digitalisierung erfordert neue Kompetenzen“

Auch Stefan Borrmann, Geschäftsführer des Verbands Nordwestdeutscher Zeitungsverlage, sieht im Medien Campus ein zukunftsweisendes Konzept. „Glaubwürdiger Journalismus ist das Fundament unserer Tageszeitungen“, sagte er. „Nur mit ihm lässt sich Fake News und alternativen Fakten adäquat entgegentreten. Dazu braucht es fundierte Aus- und Weiterbildung von Journalisten.“ Frank Rieger vom Deutschen Journalisten-Verband begrüßte, dass Madsack in die Ausbildung investiere. Positiv – und im Mediengeschäft nicht mehr selbstverständlich – sei auch, dass der Nachwuchs tariflich bezahlt werde.

Zur Ausbildung gehört nicht nur das klassische Zeitungmachen. „Die Digitalisierung erfordert neue Kompetenzen“, sagte Düffert. Der Campus schaffe „ideale Voraussetzungen“, alle Kompetenzen zu vermitteln. Davon sollen nicht nur die neuen, sondern alle Mitarbeiter profitieren.

Im ersten Jahrgang sind 24 Volontäre dabei, die sich im Auswahlverfahren durchgesetzt haben. Sie werden – entsprechend ihren Wünschen – den 15 regionalen Tageszeitungen der Madsack-Mediengruppe in Nord- und Ostdeutschland zugeordnet, durchlaufen in zwei Jahren aber noch viel mehr Stationen in der Madsack Mediengruppe. Dazu gehören neben dem überregionalen RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) auch Internetportale wie Sportbuzzer, Reisereporter und Deine Tierwelt. Zwischen den Stationen liegen regelmäßig theoretische Einheiten am Medien Campus in Hannover. Deren Themen reichen von „Der Klassiker – Nachricht und Bericht“ über „Ethik für Journalisten“ bis „Projektmanagement und Kommunikation“. Ein gemeinsames Projekt des gesamten Volontärsjahrgangs rundet die Ausbildung ab, die durch kompetente Partner wie die Akademie für Publizistik unterstützt wird.

Den ersten Erfolg hat der Medien Campus schon vor dem Ausbildungsstart verbucht: Innerhalb von zwei Monaten bewarben sich mehr als 200 Nachwuchsjournalisten.

Von Stefan Winter/RND

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