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Frische Vollmilch im Test

Gesund und gut Frische Vollmilch im Test

Wer im Laden zur Milchpackung greift, wählt meistens die länger haltbare frische Vollmilch. Die Stiftung Warentest hat 18 solche Produkte untersucht.

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Keine Geschmackseinbußen: Länger haltbare Frischmilch ist geschmacklich gut, mitunter sogar sehr gut.

Quelle: gpt

Hannover. Milch von der Kuh direkt ins Glas – das gibt es nur noch selten. Die meisten Menschen greifen im Supermarkt zur Packung und nehmen die länger haltbare Variante mit nach Hause. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu drei Wochen und damit fast dreimal so lang wie traditionell hergestellte Frischmilch. Doch wie sieht es mit Geschmack und Inhaltsstoffen aus? Die Stiftung Warentest hat 18 unterschiedliche konventionell hergestellte und Biomilchen, wie es fachsprachlich im Plural heißt, überprüft. Das Ergebnis: Auch länger haltbare Milch schmeckt frisch und rein.

„Das liegt unter anderem daran, dass die Verfahren verbessert wurden“, erklärt Anke Kapels von der Stiftung Warentest. Meist wird länger haltbare Milch zunächst mikrofiltriert, das heißt durch Membranen gepresst, um Keime abzutöten, und danach kurz auf bis zu 75 Grad erhitzt. Vitamine und Inhaltsstoffe bleiben dabei weitgehend erhalten. Der Test zeigt: Nur eine einzige Milch schmeckte wie gekocht und damit leicht nach H-Milch, für diesen Geschmack bekam sie die Note „befriedigend“. Alle anderen Produkte waren geschmacklich gut bis sehr gut.

Keine schädlichen Inhaltsstoffe

Genauso beruhigend zu wissen: Keines der getesteten Produkte enthielt schädliche Inhaltsstoffe, Antibiotikarückstände oder krank machende Keime. Bei einer Biomilch von Milbona stellten die Tester einen ungewöhnlich hohen Jodgehalt in der Milch fest, den sich auch das zuständige Unternehmen nicht erklären konnte. Laut Stiftung Warentest ist es wenig wahrscheinlich, dass allein das Futter der Kühe dafür verantwortlich ist. Kritisch könne das Zuviel an Jod für gesundheitlich vorbelastete Menschen werden, die dadurch Probleme mit der Schilddrüse bekommen könnten.

Abgewertet wurde Milch von den Testern vor allem dann, wenn auf der Verpackung mit falschen Tatsachen geworben wurde. Auf der Flasche der Meierkamp-Alpenmilch von Aldi Nord etwa prangte ein Bild von einer Kuh auf der Weide. Bei ihren stichprobenartigen Besuchen der zugehörigen Betriebe sahen die Experten von der Stiftung Warentest hingegen nur Tiere im Stall. Das Etikett ist mittlerweile ausgetauscht worden, anstatt auf der Wiese ist die Kuh jetzt vor einer Bretterwand zu sehen.

„Mangelhaft“ für namhafte Hersteller

Bei 28 unterschiedlichen Betrieben in Deutschland und Dänemark ließen sich die Tester auch vor Ort zeigen, wie die Tiere gehalten werden. „Wir sind zu Bauern gegangen, die zum einen die meiste Milch für ein Produkt geliefert haben oder die wenigste Milch, sodass wir große Betriebe hatten und kleine“, so Kapels. Dort machten sich Experten unter anderem ein Bild von der Gesundheit der Kühe, ob sie auf die Weide gingen und wie viel Platz sie im Stall hatten. Böse Überraschungen habe es dabei nicht gegeben: „Die Tiere waren gesund, wurden auch offensichtlich gut behandelt von den Bauern, aber es gab Unterschiede, ob die Kühe Weidegang hatten und ob sie Platz hatten, um sich hinzulegen und ihre Rangkämpfe ausleben zu können.“

Für einen Laufstall plus Weidegang vergaben die Experten die meisten Punkte, wenn Tiere angebunden im Stall standen, gab es gar keinen Punkt. Unternehmen mit Biomilch schnitten in diesem Bereich grundsätzlich gut ab, Anbieter von konventioneller Milch zeigten sich weniger engagiert. Die Molkereien hinter Bärenmarke, Landliebe und Weihenstephan gaben gar keine Informationen zu ihren Produktionsbedingungen preis. Von der Stiftung Warentest bekamen sie dafür das Urteil „mangelhaft“.

Wem am Wohl der Tiere gelegen ist, der kauft Biomilch

Anke Kapels stellt klar: „Vom Geschmack und der Zusammensetzung her sind Biomilchen genauso gut wie konventionelle. Wenn Ihnen jedoch auch am Wohl der Tiere gelegen ist, sollten Sie eher Biomilch kaufen.“ Das mache sich auch im Preis bemerkbar: „Wenn eine Milch weniger als einen Euro kostet, dann muss man damit rechnen, dass es mit dem Tierwohl nicht so gut bestellt ist und dass auch der Bauer keinen fairen Preis für seine Milch bekommt.“

Die Stiftung Warentest rät darum, zu denjenigen Produkten zu greifen, die sowohl Sieger im Qualitätstest als auch bei der Bewertung der Produktionsbedingungen geworden sind. Das sind Bioprodukte der Marken Arla, Gläserne Molkerei und Denree und als einziger konventioneller Betrieb Berchtesgadener Land.

Von Alena Hecker

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