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Maßarbeit in der Schleuse

Aidanova Maßarbeit in der Schleuse

Mit viel Fingerspitzengefühl und im Schritttempo haben am Dienstagmorgen zwei Schlepper mit Lotsenberatung einen Maschinenraum für das größte deutsche Kreuzfahrtschiff durch die Holtenauer Schleuse bugsiert. Die Sektion ist für die Meyer Werft in Papenburg bestimmt.

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Beim Durchschleusen in Holtenau waren an beiden Seiten jeweils nur 30 Zentimeter Platz.

Quelle: Frank Behling

Sie wird dort Donnerstag als Rumpfsegment für den Bau der "Aidanova" erwartet. Das 120 Meter lange und 42 Meter breite Schiffsteil ist fast zehn Meter breiter als das eigentliche Limit für den Nord-Ostsee-Kanal.

Beim Durchschleusen in Holtenau waren an beiden Seiten jeweils nur 30 Zentimeter Platz. Die Schlepper "RT Pioneer" und "Bugsier 6" zogen die Sektion Meter für Meter durch die Nordschleuse. Lotsen, Schleusenmeister und Festmacher arbeiteten Hand in Hand. "Wir haben das ganze Manöver seit Monaten vorbereitet und auch am Simulator gefahren", sagt Georg Haase von der Firma Nautitec aus Leer. Und auch auf der Schleuse war man beeindruckt. "Das ist das Größte, was wir hier bislang in der Schleuse hatten", sagt Nautiker Dirk Henke vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau.

Kein Wiedersehen mit dem NOK

Ein Wiedersehen mit dem Kanal wird es für den Maschinenraum nicht geben. Wenn die "Aidanova" in genau einem Jahr von Papenburg über die Ems zur Nordsee überführt wird, ist sie 337 Meter lang und 42 Meter breit. Damit ist der Rumpf für die Kanalkurven gut 100 Meter zu lang. Außerdem überschreitet das dann 183900 BRZ große Schiff mit seinen 20 Decks die für die zehn Kanalbrücken erlaubte Höhe von 40 Metern.

Das Besondere an dem Neubau der Rostocker ReedereiAida Cruises ist der Antrieb. In der drei Decks hohen Maschinenraumsektion stehen bereits vier Dual-Fuel-Motoren, die neben Diesel vor allem mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betrieben werden sollen. LNG gilt für Schiffe als sehr sauberer Treibstoff, da bei der Verbrennung die Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden, der Ausstoß von Stickoxiden und die CO2-Emissionen verringern sich deutlich. Die vier Motoren des Typs MaK M46DF wurden in Kiel bei Caterpillar in Friedrichsort entwickelt und in Rostock montiert. Die "Aidanova" wird das erste Kreuzfahrtschiff sein, dessen Antrieb ausschließlich aus derartigen Motoren besteht. "Für uns ist die Überführung der Sektion ein Meilenstein bei der Einführung von LNG als Schiffstreibstoff. Es ist ein historischer Schritt",  sagte Hansjörg Kunze.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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