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Der Oldtimer unter den Kreuzfahrtschiffen

Azores passiert Kanal Der Oldtimer unter den Kreuzfahrtschiffen

Eines der ältesten aktiven Kreuzfahrtschiffe der Welt hat in der Nacht zum Donnerstag den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Die „Azores“ der portugiesischen Reederei Portuscale Cruises ist auf der Reise von Helsinki nach Hull in England.

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Die "Azores" schleuste in Kiel in den Nord-Ostsee-Kanal ein.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das 160 Meter lange Schiff wurde 1946 bei den Götaverken in Göteborg als „Stockholm“ gebaut. Zehn Jahre später erlangte das Schiff weltweit Bekanntheit, als es am 26. Juli 1956 vor New York mit dem italienischen Passagierliner „Andrea Doria“ kollidierte. Die wesentlich größere „Andrea Doria“ sank. 46 Menschen starben damals. Seitdem wurde das Schiff mehrfach umgebaut.

Von 1960 bis 1985 fuhr die „Stockholm“ als „Völkerfreundschaft“ und wurde für die DDR-Staatsreederei DSR zu Kreuzfahrten eingesetzt. Danach war das 160 Meter lange Kreuzfahrtschiff mal Wohnschiff für Asylbewerber, mal Kreuzfahrtschiff für deutsche Urlauber und mal als Urlauberschiff in Kuba eingesetzt.

Die „Azores“ fuhr für deutsche Veranstalter wie Neckermann, Transocean oder die SPD-nahe Ambiente Kreuzfahrten. In diesem Sommer ist die „Azores“ mit britischen Passagieren unterwegs. Der Reiseveranstalter Cruise and Maritime Voyages hat das 69 Jahre alte Schiff bis Ende September gechartert. Die Firma aus dem englischen Essex hat sich auf Kreuzfahrten mit klassischen Schiffen spezialisiert und hat mehrere Oldtimer im Angebot. Unter ihrer Flagge fährt auch die 1965 in Wismar für die Sowjetunion gebaute „Aleksandr Pushkin“. Dieses Schiff feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Dienstjubiläum. 

"Marco Polo" passiert Kanal

Die 175 Meter lange „Marco Polo“ soll am kommenden Dienstag im Kanal zu sehen sein. Auf der Reise von Nynäshamn (Schweden) nach Rosyth (Schottland) soll sie gegen 19 Uhr in Kiel in den Kanal einschleusen. Ob es bei der Zeit bleibt, wird sich erst an dem Tag entscheiden, da es teilweise längere Wartezeiten vor den Schleusen geben kann.

Die Passage der „Azores“ hatte sich in der Nacht nach vorne verschoben. Der Kapitän hatte eine Wartezeit von zwei Stunden am Kieler Leuchtturm in seine Routenplanung einkalkuliert. Eigentlich wollte er erst um 23 Uhr mit der Kanalpassage beginnen. Als er am Mittwochabend aber gegen 20 Uhr am Leuchtturm Kiel erschien, gab es keine Wartezeit und das Schiff konnte gleich zur Schleuse fahren. Deshalb war das Schiff schon um 22 Uhr in der Schleuse und konnte am Donnerstag in Brunsbüttel den Kanal um 7 Uhr verlassen.

Für die „Azores“ ist noch kein Dienstende in Sicht. Das mehrfach modernisierte Schiff wurde erst 2013 in Marseille grundüberholt und soll auch im nächsten Jahr wieder durch den Nord-Ostsee-Kanal kommen. Die Briten wollen das Schiff zu seinem 70-jährigen Dienstjubiläum unter dem Namen „Astoria“ zu Kreuzfahrten nach Norwegen und in die Ostsee einsetzen.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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