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Beinahe-Kollision mit Fähre

Quarnbek Beinahe-Kollision mit Fähre

Nur knapp entging die Kanalfähre Landwehr am Mittwoch einem schweren Unglück. Ein großer Tanker lief im Nord-Ostsee-Kanal gegen 11 Uhr aus bisher ungeklärten Gründen aus dem Ruder und drohte die kleine Fähre zu zerquetschen.

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Sowohl die Fähre als auch der Anleger wurden beschädigt.

Quelle: Ulf Dahl

Quarnbek. Geistesgegenwärtig bemühte sich der Kapitän der „Sehestedt“, die Fahrgäste schnell von Bord zu bekommen. Dabei verletzte sich ein 77-jähriger Mann aus der nahen Umgebung durch einem Sturz so schwer, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Nach Angaben der Polizei entging die Fähre der Kollision nur durch das Glück, dass der 184 Meter lange Tanker auf seiner Irrfahrt die Fähre lediglich um wenige Meter verfehlte. Danach schrammte er in die weiche Kanalböschung – für die Fährpassagiere müssen es bedrohliche Momente gewesen sein. Der Wellenschlag beschädigte Fähre und Anleger; die „Sehestedt“ blieb jedoch einsatzbereit.

Der havarierte Tanker konnte seine Fahrt in Richtung Schleuse Kiel-Holtenau fortsetzen. Dort stoppte die Wasserschutzpolizei das Schiff und untersagte die Weiterfahrt. Später konnte es aber die Schleuse passieren und liegt nun vor Holtenau auf Reede. „Die Ermittlungen zur Ursache dauern an“, teilte die Polizei am Abend mit. Zahlreiche Behörden sind in die Untersuchungen einbezogen. Es könne Tage dauern, bis ein Ergebnis vorliege.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem havarierten Schiff um die „CPO England“, einen sogenannten Billig-Tanker, der 2008 in Korea gebaut wurde. Er gehört der Hamburger Reederei Claus-Peter Offen und fährt unter britischer Flagge. Das Schiff kam aus Antwerpen und ist in der Ostsee mit dem Ziel Russland unterwegs. Im Wladimir-Putin-Hafen in Ust-Luga an der Grenze zu Estland soll es Öl tanken. Wenn Schiffe aus dem Ruder laufen, sind sie nur schwer zu stoppen und können zu einer erheblichen Gefahr werden. Mögliche Ursachen sind eine kurzfristige Notabschaltung der Maschinenanlage oder das Verfehlen einer Ideallinie bei der Kanalpassage, wodurch eine Absetzbewegung entstehen kann. Unglücke mit Fähren sind bisher eher selten. In diesen Jahr ereignete sich allerdings in Rendsburg der umgekehrte Fall: Da prallte die Schwebefähre auf ein Schiff.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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