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Aufbruchstimmung am Nord-Ostsee-Kanal

Bilanz 2015 Aufbruchstimmung am Nord-Ostsee-Kanal

Der Nord-Ostsee-Kanal lässt die Krise hinter sich. Nach Jahren gesperrter Schleusen kann die maritime Wirtschaft zum Jahreswechsel aufatmen. Kurz vor Neujahr zählte das Erfassungssystem des Kanals 32122 Schiffe – damit lag die Zahl der Passagen 2015 nur um 1,4 Prozent unter dem Vorjahr.

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Jahresauftakt nach Maß: Volle Schleuse am Sonntagnachmittag in Kiel-Holtenau.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Als eines der letzten Schiffe schleuste Silvester kurz vor Mitternacht in Kiel-Holtenau der Containerfrachter „Nordic Hamburg“ in den Kanal ein. Der 151 Meter lange 13000-Tonnen-Frachter hatte Container aus dem Baltikum für Hamburg geladen. Genau dieser Schiffstyp hatte in den vergangenen Jahren besonders unter den Schleusensperrungen zu leiden. Angesichts von bis zu zehn Stunden Wartezeit nahmen besonders im Sommer immer mehr Schiffe den Weg um Skagen. Als am 11. Dezember alle vier großen Schleusen in Brunsbüttel und Kiel wieder uneingeschränkt freigegeben wurden, kehrten diese Schiffe jedoch sofort in den Kanal zurück.

 Auch in Bezug auf die Schiffsgrößen gab es 2015 nach Informationen von KN-online nur leichte Einbußen. Mit einer Bruttoraumzahl (BRZ) von 155 Millionen sank die Gesamtgröße aller im Kanal gezählten Schiffe lediglich um eine Million. „Das ist eine gute Nachricht für den Kanal“, kommentierte Jürgen Rohweder, der Vorsitzende des Nautischen Vereins zu Kiel, die Zahlen. Diese Entwicklung zeige ganz deutlich, dass der Kanal seine Bedeutung für die Verkehrsströme in die Ostsee hat. Auch der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, ist zufrieden. Er hatte kurz vor dem Jahreswechsel noch die Prognose für die durch den Kanal beförderte Ladung auf 90 Millionen Tonnen gesetzt. Diese Menge sei unwesentlich geringer als die Menge der 2014 durch die Wasserstraße beförderten Stück- und Massengüter. „Damit erweist sich einmal mehr, dass wir den Anforderungen der Schifffahrt gerecht werden und damit Wort halten. Einem starken Jahr 2016 steht somit infrastrukturell am Nord-Ostsee-Kanal nichts im Wege“, sagte Witte. Die genauen Ladungsmengen wird seine Generaldirektion Mitte Januar in Kiel nach Auswertung aller Schiffsdaten vorlegen.

 Für das neue Jahr fordern die Verbände aus Wirtschaft und Schifffahrt, jetzt endlich mit den angekündigten Baumaßnahmen zu beginnen. „Wir brauchen jetzt das Signal, dass es zügig mit dem Ausbau vorangeht“, sagte Rohweder und spielte damit auf die seit fast einem halben Jahr stockenden Arbeiten an der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel an. „Es geht nicht nur darum, den Status des Kanals zu erhalten. Es muss mit Hochdruck endlich mit dem Ausbau begonnen werden. Das gilt auch für die Kurven auf der Oststrecke und die Vertiefung des Kanals um einen Meter. Wir sehen, dass die Schiffe im Ostseeraum größer werden.“

 Zusammen mit der Initiative Kiel Canal fordere der Nautische Verein die Einhaltung der Zusage, dass der Ausbau des Kanals bis 2028 abgeschlossen sei. Es gehe darum, das in Teilen der Reederschaft verlorengegangene Vertrauen zurückzugewinnen. Erstmals hatten 2015 einige Kreuzfahrtreedereien den Nord-Ostsee-Kanal aufgrund der Wartezeiten gemieden. Die Initiative Kiel Canal fordert auch, endlich die beiden kleinen Schleusenkammern in Kiel-Holtenau instandzusetzen, die baufällig und seit Jahren gesperrt sind.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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