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Gefahrguttanker rammt Schleusentor

Brunsbüttel Gefahrguttanker rammt Schleusentor

In Brunsbüttel ist die große Südschleuse nach einer schweren Havarie außer Betrieb. Gegen 12 Uhr hatte am Sonnabend ein mit Gefahrgut geladener Tanker das elbseitige Tor gerammt und so schwer beschädigt, dass es vorerst nicht mehr geöffnet werden kann.

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Der in Gibraltar beheimatete Tanker  „Atlantic Mate“ war auf dem Weg aus dem Kanal in Richtung Elbe

Quelle: Frank Behling

Brunsbüttel. Der in Gibraltar beheimatete Tanker  „Atlantic Mate“ war auf dem Weg aus dem Kanal in Richtung Elbe, als er beim Einlaufen in die Südkammer mit erheblicher Wucht in das Schleusentor krachte. Der 147 Meter lange Tanker wurde dabei jedoch nur leicht beschädigt, wie die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel auf Nachfrage bestätigt. Im Schleusentor klafft dagegen jedoch ein großes Loch. Eine Reparatur ist vorerst auch nicht möglich. Aus diesem Grund fiel beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel (WSA) am Sonnabend noch die Entscheidung, die ganze Kammer stillzulegen. Die Schifffahrt bekam das sofort zu spüren, da Wartezeiten vor den Schleusen entstehen.

Die „Atlantic Mate“ ist mit Naphta, einem sehr leicht entzündlichen Rohbenzin, aus Litauen beladen. Die Tanks sind beim Aufprall aber nach Auskunft der Polizei aber nicht beschädigt worden.  Es wurde auch kein Ladungsaustritt gesehen. Die Schlepper „Wal“ und „Bugsier 15“ der Hamburger Reederei Bugsier zogen das fahruntüchtige Schiff nach einer ersten Untersuchung  um 14 Uhr aus der Schleuse und brachten es zum Ölhafen an einen  gesicherten Liegeplatz. Die Ursache für die Havarie soll nach ersten Meldungen möglicherweise ein technisches Problem an Bord des Tankers gewesen sein. Die Ermittlungen dazu hat die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel zusammen mit der Berufsgenossenschaft Verkehr aufgenommen. Die Weiterreise nach Antwerpen ist vorerst untersagt.

Die „Atlantic Mate“ wurde  2007 in der Türkei als „Besiktas Scotland“ gebaut und fährt erst seit wenigen Monaten für eine Hamburger Reederei. Das Schiff ist mit einer Doppelhülle ausgestattet, die die Ladetanks bei Kollisionen schützen soll. In Brunsbüttel hatten sich zuletzt 2015 zwei schwere Schleusentorkollisionen ereignet. Am 15. Januar 2015 war der Bohrinselversorger“Red7 Alliance“ in ein Schleusentor der Südschleuse gefahren und hatte es schwer beschädigt. Am 21. März 2015 hatte der Frachter „Saint George“ dann ein Schleusnetor der großen Nordschleuse so schwer gerammt, dass es ausgebaut werden musste. Beide Schleusetore sind inzwischen aus der Reparatur zurück und liegen zum Einbau im Binnenhafen in Brunsbüttel beim WSA bereit.

Im Rahmen der Sicherungsarbeiten und Untersuchungen sind in der Schleuse auch umfangreiche Taucheruntersuchungen angesetzt worden, teilte das WSA Brunsbüttel mit. Nach ersten Erkenntnissen hat die "Atlantic Mate"  das Schleusentor mit dem Wulstbug auch unterhalb der Wasserlinie aufgerissen. Die Tanker-Besatzung hatte noch versucht, den Aufprall mit dem auslösen des Backbordankers zu verhindern. 

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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