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Schleusen bremsen Traumschiffe aus

Brunsbüttel Schleusen bremsen Traumschiffe aus

Die Reparaturen an den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel machen große Fortschritte. Spätestens Ende November sollen alle vier Anlagen wieder in Betrieb sein. Auf den Schienenplatten in der Südschleuse bewegen sich die Schleusentore. Die Wartezeiten für die Schifffahrt jedoch sind weiter sehr lang.

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Auch die AIDAcara, sonst regelmäßiger Gast im Nord-Ostsee-Kanal, mied zuletzt die Passage.

Quelle: Frank Behling

Brunsbüttel. In den vergangenen Wochen ist nach Einschätzung der Schiffsmakler die Zahl der Schiffe rapide gestiegen, die den Kanal meiden. „Wir haben etwa zehn Prozent weniger Schiffe als noch vor einem Jahr“, sagt Jann Petersen von der United Canal Agency (UCA). Besonders spürbar ist diese Entwicklung bei den Kreuzfahrtschiffen. So musste das Kreuzfahrtschiff „Astor“ in der vorigen Woche fast sechs Stunden lang auf der Reede vor Holtenau warten.

 Andere Schiffe sind gleich via Skagen gefahren. Zu ihnen gehört mit der „Aidacara“ auch eines der größten Kreuzfahrtschiffe, die regelmäßig den Kanal passieren. Das 193 Meter lange Schiff hat erst zwei der sieben geplanten Kanalpassagen in diesem Jahr absolviert. „Der Kanal gehört für unsere Passagiere zu den Höhepunkten, dennoch müssen wir die Lage jedes Mal neu bewerten“, sagt Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida Cruises. Die Passage abzusagen, falle nicht leicht. „Diese Entscheidung wird nach operativen Gesichtspunkten erst kurz vor der Abfahrt getroffen.“ Zuletzt hatte die „Aidacara“ am 22. August die Kanalpassage kurzfristig abgesagt. Andere Reedereien haben sie ebenfalls gestrichen, auch die britische Kreuzfahrtgesellschaft P&O, die die Passage der „Adonia“ am 5. September kurzfristig absagte und ihr Schiff durchs Skagerrak schickte. Die Zahl der Traumschiffspassagen könnte in diesem Jahr erstmals unter die Zahl 70 sinken.

 Ein zusätzlicher Grund, weshalb auch Reeder von Frachtschiffen den Umweg über den Nordkurs nehmen, ist der stark gefallene Preis für Treibstoff. „Das war vor einem Jahr noch ganz anders“, sagt Schiffsmakler Petersen. Inzwischen hat sich der Preis pro Tonne Kraftstoff in einigen Bereichen sogar halbiert. Deshalb ist der Weg durch das Skagerrak auch wieder günstiger – selbst bei hohen Geschwindigkeiten. „Deshalb ist es wichtig, dass die Schleuse in Brunsbüttel bald wieder einsatzbereit ist“, sagt Petersen.

 Auf dem Weg zu diesem Ziel gibt es noch eine weitere gute Nachricht. Auch Reparatur der beiden kaputten Schleusentore in Brunsbüttel macht Fortschritte. Im vergangenen Winter waren zwei Schleusentore durch Schiffe schwer beschädigt worden. Eines der Tore wurde deshalb nach Hamburg zur Reparatur in die Werft Blohm + Voss geschleppt. „Bei diesem Tor hat inzwischen der Aufbau der Struktur begonnen. Die Arbeiten laufen sehr gut, wir sind guter Hoffnung, dass das Tor auch im November wieder bei uns ist“, berichtet Thomas Fischer.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Schleusen Brunsbüttel
Foto: Arg demoliert war das Schleusentor Brunsbüttel im März nach der jüngsten Havarie.

Die Dauer-Baustelle der Brunsbütteler Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal soll bald der Vergangenheit angehören. Spätestens Ende November sollen beide großen Schleusenkammern wieder im regulären Betrieb sein, wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes am Donnerstag sagte.

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