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Kanal wird zur Baustelle

Bund investiert 100 Millionen Euro Kanal wird zur Baustelle

Jahrelang wurde gefordert, geprüft und geplant. Nun sind die Bagger da. Der Nord-Ostsee-Kanal gleicht mehr und mehr einer großen Baustelle. In Brunsbüttel, Rendsburg, Flemhude und Kiel wird bereits gebaut, weitere Arbeiten folgen. 2015 wird erstmals die Rekordsumme von 100 Millionen Euro in den Kanal investiert.

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Die Schleuseninsel in Brunsbüttel ist zur größten Wasserbaustelle Deutschlands geworden. Dort wird bei laufendem Schiffsbetrieb bis 2021 eine fünfte Schleusenkammer gebaut. Inzwischen sind bereits fast 1,5 Millionen Kubikmeter Erdreich ausgehoben worden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Wir sind auf einem guten Weg. Der Ausbau der Oststrecke kann beginnen“, sagt Sönke Meesenburg. Der Leiter der Planungsgruppe für den Kanalausbau blickt optimistisch nach vorn. Seit wenigen Tagen fressen sich Bagger durch die westlichen Uferbereiche des Flemhuder Sees. Eine 200 Meter lange Kaimauer, Lagerplätze und Baustraßen sollen bis zum Sommer nächsten Jahres entstehen, denn für sieben Millionen Euro wird dort das Basislager für den Kanalausbau zwischen Königsförde und Kiel errichtet.

 Der Ausbau des rund 15 Kilometer langen Teilstücks bis Kiel wird nach Abschluss der Ausschreibung Ende nächsten Jahres beginnen. Bis dahin sind die großen Bagger noch mit den Vorbereitungen der umfänglichen Baumaßnahmen beschäftigt.

 Auch in der Kieler Schleuse bestimmen Bagger das Bild. Bauplätze werden derzeit eingerichtet und ein 20 Millionen Euro teurer Versorgungstunnel unter der Schleuse hindurch gegraben. In diesen Tagen ist bereits das tonnenschwere Bohrgerät auf der Mittelmauer der 100 Jahre alten Schleusen zu sehen.

 Die mit Abstand größte Baustelle befindet sich allerdings in Brunsbüttel. Bis 2021 soll dort die mit 360 Metern Länge und 43 Metern Breite größte deutsche Schleusenkammer entstehen. Die Gesamtinvestition beträgt laut Haushaltsplanung bis 2021 485 Millionen Euro. 57 Millionen Euro davon werden in diesem Jahr verbaut. Heute vor einem Jahr hatte eine Arbeitsgemeinschaft aus Unternehmen der niederländischen Royal Bam-Gruppe den Zuschlag für dieses Projekt bekommen.

 Es zeigt sich: Die Investitionen des Bundes in den Kanal steigen. „Im vergangenen Jahr wurden 70 Millionen aufgewendet. In diesem Jahr werden es 100 Millionen sein“, sagt Karsten Thode, Leiter des Dezernats Regionales Management der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel. „Jetzt sind die lang geplanten ersten Schritte für die Baumaßnahmen auch optisch wahrnehmbar“, so Thode.

 „Wir begrüßen es sehr, dass sich endlich etwas tut“, sagt auch Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal. Der Schiffsmakler wirbt jetzt bei den Reedern um Verständnis. Denn nicht jeder bringt Geduld für lange Wartezeiten vor den Schleusen auf. Am Wochenende hatte etwa das Kreuzfahrtschiff „Aidacara“ eine Kanalpassage kurzfristig storniert. „Es sind nicht nur Kreuzfahrtschiffe, die dies betrifft. Auch viele Frachter entscheiden sich erst sehr kurzfristig, ob sie durch den Kanal fahren oder abbiegen und den Umweg über Skagen fahren“, sagt Knudsen.

 Gemeinsam mit der Generaldirektion wollen die Schiffsmakler jetzt Reedereivertreter einladen. „Wir wollen unseren Kunden vor Ort zeigen, warum es so lange dauert und was überhaupt gemacht wird“, sagt Knudsen. „Wir suchen das Gespräch mit unseren Kunden“, sagt auch Thode von der Generaldirektion. Die Initiative Kiel Canal sieht aber auch Nachholbedarf bei der personellen Ausstattung. „Es muss alles dafür getan werden, dass genügend Personal zur Verfügung steht und bei ungeplanten Ausfällen die Schäden schnell repariert werden“, fordert Knudsen.

 Eine Baustelle des Schifffahrtsverwaltung betrifft die Schifffahrt allerdings nicht. Dabei handelt es sich um die Sanierung des Kanaltunnels in Rendsburg. Diese Baumaßnahme soll 2016 abgeschlossen werden.

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Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

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Kommentar

Wer in Deutschland etwas bauen will, der braucht einen langen Atem. Der Bauantrag für einen Pferdestall mit den Abmessungen eines größeren Carports ist von einem Normalbürger ohne Jurastudium fast nicht mehr zu meistern. Von den Kosten einmal ganz abgesehen.

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