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Finnlands Küstenwachschiff im Kanal

Flüchtlingskrise Finnlands Küstenwachschiff im Kanal

Einen außergewöhnlichen Besuch hat es am Wochenende in der Holtenauer Schleuse in Kiel gegeben. Das Einsatzschiff „Merikarhu“ der finnischen Küstenwache war von der Ostsee kommend am Sonnabend um 15 Uhr in die Kieler Förde eingelaufen und steuerte den Kanal an. Das Schiff ist auf dem Weg in die Ägäis.

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Die „Merikarhu“ schleuste am Sonnabend in den Nord-Ostsee-Kanal ein.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Mit dem Festmachen in der Holtenauer Schleuse endete für die Finnen der erste Teil ihrer wohl bislang längsten Auslandsreise. Die Besatzung ist auf dem Weg in die Ägäis, wo sie bis Mai beim Schutz der EU-Außengrenze eingesetzt werden soll. Finnland hat auf Wunsch Griechenlands bereits im Oktober Einheiten des Innenministeriums und des Grenzschutzes in die Ägäis verlegt. Die „Merikarhu“ ist jetzt das bislang größte Schiff für die Operation. Nach einem kurzen Stopp in Kiel-Holtenau ging es noch in der Nacht zum Sonntag durch den Nord-Ostsee-Kanal. Nächster Hafen ist nach Angaben der Besatzung Malaga in Südspanien, wo die „Merikarhu“ ihre Treibstoffbunker für den Weg nach Leros auffüllen soll.

Mit der Entsendung der „Merikarhu“ beteiligt sich Finnland an der Grenzschutzagentur Frontex bei der Überwachung der EU-Außengrenzen. Für die Ägäis wurde deshalb die Operation Poseidon gestartet, bei der die griechische Küstenwache jetzt durch Finnland und andere EU-Staaten unterstützt wird.

„Merikarhu“ wurde für Ostsee konzipiert

Die 1994 als eisbrechendes Küstenwachschiff in Rauma gebaute „Merikarhu“ ist eigentlich für den Einsatz auf der Ostsee konzipiert worden. Mit einigen Umrüstungen wurde das schneeweiße Schiff jetzt für den Frontex-Einsatz in der Ägäis angepasst. Zur Ausstattung gehören laut Angaben des finnischen Innenministeriums moderne Nachtsichtgeräte, schnelle Einsatzboote, medizinisches Gerät und ein neuer Bordkran für das Bergen von Booten. An Bord befindet sich aber auch eine Bordkanone auf dem Vorschiff.

Nach Mitteilung der finnischen Grenzschutzbehörde soll die „Merikarhu“ ab Ende Januar unter griechischem Kommando entlang der Seegrenze zwischen der Türkei und Griechenland patrouillieren. Basishafen soll die Ägäis-Insel Leros werden. Die Rettung von in Seenot geratenen  Flüchtlingen ist ebenfalls Teil der Mission. Die Frontex-Einheiten sollen vorrangig die unkontrollierte Einreise von Flüchtlingen aus der Türkei unterbinden. Finnland unterstützt Griechenland dabei schon seit Oktober mit einem kleineren Einsatzboot auf der Insel Kos.

Während  EU-Staatenwie Finnland, Norwegen, Irland  oder Island  Grenzschutzboote entsenden, ist dies mit deutschen Einheiten derzeit nicht vorgesehen. Die sechs großen Einsatzboote der Bundespolizei sind nicht für Einsätze  in den wärmeren Gewässern des Mittelmeers geeignet. Ihre Motorenkühlung müsste vorher erst entsprechend angepasst werden. Ein Teil der Bundespolizei-Flotte gilt als veraltet. Mehrere Boote stammen noch aus den Beständen der DDR-Volksmarine.  

Vortragsveranstaltung des Nautischen Vereins zu Kiel

Das Thema Rettung von Flüchtlingen ist auch Thema bei der nächsten Vortragsveranstaltung des Nautischen Vereins zu Kiel. Ab 19 Uhr werden am Dienstag (12.1.) im Kieler Hotel Conti Hansa Korvettenkapitän Stefan Klatt und Militärpfarrer Kristian Lüders von ihrem Rettungs-Einsatz mit dem Kieler Tender „Werra“ im Mittelmeer berichten. Im Anschluss steht auch eine Podiumsdiskussion mit dem Leitenden Polizeidirektor Heiko Hüttmann, Leiter der Sonderlage Flüchtlinge im Landespolizeiamt, sowie dem Kieler Stadtrat Gerwin Stöcken auf dem Programm. Der Eintritt zur Podiumsdiskussion des Nautischen Vereins ist frei.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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