11 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Umstrittene Transporte durch den Kanal

Nord- und Ostsee Umstrittene Transporte durch den Kanal

Der Transport von Brennstäben und anderem radioaktiven Material über Nord- und Ostsee geht unvermindert weiter. Zwar ist wegen des milden Winters in diesem Jahr kein russischer Atom-Eisbrecher auf der Ostsee im Einsatz gewesen, aber die Transporte von radioaktivem Material auf dem Seeweg steigen wieder.

Voriger Artikel
"Uredd" fährt durch Nord-Ostsee-Kanal
Nächster Artikel
Ex-Traumschiff besucht seine alte Heimat

Atomtransport im Kanal: Die runden Spezialbehälter mit der radioaktiven Ladung werden bei Frachtern auf dem Oberdeck gestaut. So sind sie im Notfall leichter zugänglich.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das für die Genehmigungen zuständige Bundesamt für Strahlenschutz erlaubte allein in den ersten vier Monaten des Jahres 28 Transporte. Rechtliche Grundlage dafür ist Paragraf 4 des Atomgesetzes über deutsche Gewässer. Die umstrittene Fracht wird entweder in Hamburg oder Bremerhaven umgeladen oder durch den Nord-Ostsee-Kanal transportiert. Auf dieser Strecke wird in der Regel Uranerz oder Uranhexaflorid von Russland nach Antwerpen oder Hamburg gebracht. Atomkraftgegner machen gegen diese Praxis mobil: Am vergangenen Wochenende demonstrierten sie in Holtenau am Tiessenkai, um auf die Durchfahrt der beiden russischen Frachter „Kholmgory“ und „Kapitan Yakovlev“ aufmerksam zu machen. Die Schiffe haben radioaktives Material für Abnehmer in Deutschland, Belgien und Frankreich befördert.

Mahnwache ohne Zwischenfälle

„Die Atomtransporte dienen zum Weiterbetrieb von Atomanlagen weltweit und damit zur Verbreitung radioaktiver Strahlung und zahlreicher Gesundheitsgefahren. Wir müssen die Transporte stoppen, um die Atomindustrie zu stoppen“, sagt Irene Thesing, Sprecherin der Bürgerinitiative „Kiel gegen Atomanlagen“. Die Mahnwache verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle. Die Aktivisten kritisieren besonders den ungehinderten und zum Teil geheimen Transport der strahlenden Güter. Da radioaktive Güter der sogenannten IMO-Klasse 7 als normale Gefahrgüter geführt werden, erhält nur die Wasserschutzpolizei davon Kenntnis.

„Zu den Gefahren beim Betrieb von Atomkraftwerken kommen schon beim Abbau Umweltzerstörungen durch gigantische radioaktive Müllmengen, die auf Halden und in Schlammbecken gelagert werden und sich über die Luft in die Umwelt verteilen“, argumentiert die Initiative in einer Mitteilung. Die Aktivisten weisen besonders auf die unzureichenden Vorkehrungen für den Fall von Havarien hin. Aufgrund der internationale gültigen Transportvorschriften müssen Gefahrgüter offen an Deck gestaut werden.

Sechs Atomtransporte im April

Häufigstes Ziel und Abfahrtsort der Transporte sind die schwedischen Kraftwerke und Atomanlagen in Forsmark oder Västeras. Allein sechs Atomtransporte gingen im April von und nach Schweden. Befördert wurden dabei laut Bundesamt jeweils unbestrahlte Brennelemente. Details zu den Routen und den beteiligten Schiffen gibt es keine. Es werden aber neben Frachtern nach KN-Informationen auch Fähren eingesetzt. Für den Kanal gibt es keine Beschränkungen. Die Bundeswasserstraße ist grundsätzlich für alle Arten von Gütern zugelassen. Verbote dürfen nur ausgesprochen werden, wenn ein Frachter mit radioaktiver Ladung nicht seetüchtig ist. Das war zuletzt 2001 der Fall.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten vom NOK 2/3