27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Der Verkehr läuft wieder

Nord-Ostsee-Kanal Der Verkehr läuft wieder

Mit der Ruhe ist es im Nord-Ostsee-Kanal vorbei. Nur wenige Stunden nach der Freigabe der großen Südschleuse in Brunsbüttel gab es am Wochenende eine starke Zunahme des Schiffsverkehrs. Zeitweise waren bis zu 40 Schiffe unterschiedlicher Größen gleichzeitig zwischen Kiel und Brunsbüttel unterwegs.

Voriger Artikel
Reparaturen an Schleusenanlage sind abgeschlossen
Nächster Artikel
Frachter blieb im Kanal liegen

Nach der Freigabe der großen Südschleuse in Brunsbüttel sind im Nord-Ostsee-Kanal wieder deutlich mehr Schiffe unterwegs.

Quelle: Frank Behling

Kiel . Lotsen, Kanalsteurer, Schiffsmakler und Verkehrsüberwachung sind im Dauereinsatz.

Ein lange nicht mehr gesehenes Bild gab es am Sonnabend in Kiel-Holtenau. Kurz nach 15 Uhr wurden dort erstmals parallel zehn Handelsschiffe gleichzeitig mit beiden großen Schleusenkammern in den Kanal eingeschleust. „Das ist einfach wunderbar. Endlich läuft der Verkehr wieder. Darauf haben wir so lange gewartet“, sagte Gerald Immens, Seelotse und stellvertretender Vorsitzender des Nautischen Vereins zu Kiel. Auch am Sonntag hielt der Zustrom großer Schiffe an. Neben Tankern und Containerfrachtern waren auch Spezialschiffe im Kanal unterwegs.

Fast drei Jahre lang Engpässe an den Schleusen

Am vergangenen Freitag hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel die große Südschleuse für den Schiffsverkehr freigegeben. Damit endete eine fast drei Jahre dauernde Phase der Ausfälle und Engpässe an den Schleusen. Seit Anfang 2013 waren bei allen vier großen Schleusen in Brunsbüttel und Kiel die Schienen für die Schleusentore erneuert worden. Erschwert wurde die Lage zusätzlich durch zwei Havarien in Brunsbüttel in diesem Frühjahr. Schiffe hatten dabei Schleusentore gerammt und für weitere Behinderungen gesorgt.

Noch in den letzten Tagen hatten Schiffe zum Teil bis zu zehn Stunden auf einen Platz in einer Schleuse warten müssen. Damit die Sicherheit auf dem Kanal gewährleistet war, wurde die Schleusenkapazität zeitweise auch in Kiel-Holtenau reduziert. Durch diese Maßnahme waren immer nur so viele Schiffe im Kanal, wie in Brunsbüttel mit einer großen Schleusenkammer sicher ausgeschleust werden konnten.

„Hinter uns liegt eine schwierige Zeit“, sagt Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal (IKC).  „Wartezeiten waren vor allem in den letzten Wochen häufig an der Tagesordnung. Zusätzlich zu der reduzierten Schleusenkapazität kamen hier das schlechte Wetter und die Hochwasserlage erschwerend hinzu. Diese Phase haben wir jetzt überwunden“, freut sich Knudsen.  

Kein gutes Jahr für den Kanal

Nachdem nun die volle Schleusenkapazität in Brunsbüttel wiederhergestellt ist, erwartet die Initiative eine Rückkehr der Verkehrs- und Ladungsmengen auf das frühere Niveau. „2015 wird statistisch kein gutes Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal werden“, bestätigt er. 2014 befuhren rund 32 600 Schiffe den Kanal und beförderten 99,1 Millionen Tonnen Ladung. Ob der Rückgang für 2015 im zweistelligen Bereich liegen wird, lässt sich in der ersten Januarwoche sagen, wenn die Zahlen vorliegen.

Möglicherweise kann ein starker Schlussspurt im Dezember das Minus noch mildern. „Wir haben am Freitag sofort mit einem Newsletter alle Reeder über die Freigabe der Schleusen informiert“, sagt Jann Petersen, Geschäftsführer der Maklerei UCA United Canal Agency. Dabei wurden 700 Schifffahrtsagenturen, Makler und Reeder weltweit über die neue Lage am Kanal benachrichtig. Die Wirkung war bereits am Sonnabend zu sehen.

Auch die Industrie- und Handelskammer zu Kiel begrüßte die Entwicklung. Es sei ein gutes Signal, dass die Bundesregierung gerade noch rechtzeitig die Bedeutung des Kanals erkannt habe, sodass nun die dreijährige Durststrecke für den Nord-Ostsee-Kanal zu Ende geht, teilte die IHK mit.

In Brunsbüttel gibt es jetzt außerdem  nach fast acht Monaten wieder ein Reservetor für den Fall von Havarien in den Schleusen. Das zweite Reserveschleusentor soll ebenfalls zeitnah repariert werden. Es war durch fehlende Haushaltsmittel nicht gewartet worden und ist derzeit als Schleusentor unbrauchbar.

In Kiel-Holtenau richtet sich die Aufmerksamkeit jetzt auf die Reparatur der defekten kleinen Schleusen. In den Mauerwerken waren Risse entdeckt worden.  Diese kleinen Schleusenkammern sollen in Zukunft die großen Kammern in Kiel entlasten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige
Mehr aus Nachrichten vom NOK 2/3