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Ausbau des Kanals nimmt Fahrt auf

Neues Personal Ausbau des Kanals nimmt Fahrt auf

Seit drei Jahren liegt das Baurecht vor. Jetzt kommt endlich Bewegung in den lange geplanten Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals. Anfang kommenden Jahres soll die Ausschreibung für den Abschnitt zwischen Kiel und Königsförde stehen.

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Für immer mehr Schiffe ist der Kanal zu eng.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Nach Auskunft der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung könnte Ende 2018 der erste Auftrag an eine Baufirma vergeben werden. „Wir sind auf einem guten Weg und erwarten in den nächsten zwei Wochen einen genauen Zeitplan für die Ausschreibung und das gesamte Verfahren“, sagte Sönke Meesenburg, Leiter der Planungsgruppe. Ein Grund für die Hängepartie war bislang das fehlende Personal. „Wir haben jetzt sechs der sieben dafür benötigten Stellen besetzt“, erklärte Meesenburg. Tatsächlich hatte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit Hochdruck nach Fachleuten gesucht. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen 25 neue Ingenieure und Wasserbauer eingestellt. 21 von ihnen sind für die Schleusen eingeplant, die ebenfalls auf eine Sanierung warten.

Die Zeit drängt

Die Zeit für den Ausbau des Kanals drängt. Immer mehr Schiffe wählen inzwischen den Weg um Skagen. Das schwächt den Hamburger Hafen und auch die Wirtschaft in Norddeutschland. Bereits 2005 wurde der Planungsauftrag für die Verbreiterung der Oststrecke vom Bundesverkehrsministerium erteilt. 2014 erging der Planfeststellungsbeschluss. Danach herrschte weitgehend Stillstand.

Am Geld hapert es nicht. Allein für dieses Jahr sind 33 Millionen Euro und für 2018 bereits 38 Millionen Euro abrufbereit. Bisher konnten allerdings nur flankierende Arbeiten in Angriff genommen werden. So wurden Kabel verlegt oder Anlegestellen gebaut. Die Gesamtkosten werden mit 278 Millionen Euro veranschlagt.

Mit Nachdruck an die Arbeit

Die Schiffswirtschaft reagiert auf die bevorstehende Ausschreibung erleichtert. „Das Tal der Tränen ist durchschritten. Es ist jetzt wichtig, dass der Nord-Ostsee-Kanal wieder für positive Meldungen sorgt“, kommentierte Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal. Die vergangenen Jahre haben bei den Reedern und Charterern das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Wasserstraße schwinden lassen. Jetzt müsse es mit Nachdruck an die Arbeit gehen, so der Schiffsmakler.

Der gesamte Ausbau des Kanals wird vermutlich zehn Jahre in Anspruch nehmen. Diese Zeit wird auch deshalb benötigt, weil der Schiffsverkehr während der Arbeiten weiterläuft und die Abschnitte nicht zeitgleich, sondern nur nacheinander ausgebaut werden können. Als erster Abschnitt soll die Strecke zwischen Schinkel und Königsförde in Angriff genommen werden.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Schiffspositionen: Nord-Ostsee-Kanal (NOK)

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