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NOK: Die großen Massengutfrachter sind weg

Bilanz NOK: Die großen Massengutfrachter sind weg

Die Krise auf den Frachtmärkten hat den Nord-Ostsee-Kanal erreicht. Während die Verkehrszahlen von Container- und Tankschiffen sich im Januar und Februar weiter positiv entwickelt haben, brach der Verkehr von Massengutfrachtern im Kanal komplett ein.

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Die "Consul Pope" auf dem Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Grund für die Entwicklung ist die zurückgehende Nachfrage nach Schiffen für Industrie-Massengüter wie Erz und Kohle. Der an der Londoner Schifffahrtsbörse Baltic Exchange bestimmte Handels- und Preisindikator „Baltic Dry Index“ (BDI) fällt seit Monaten. Im Mittel bewegte sich der BDI in den vergangenen Jahren zwischen 1000 und 1500 Punkten. Vor dem Ausbruch der Schifffahrtskrise 2008 erreichte er sogar Werte von über 10000 Punkten.  Am 10. Februar 2016 hatte der Index dann die Marke von 290 Punkten erreicht - ein Rekordtief.

Das merkt man auch in Schleswig-Holstein: Bereits seit dem Jahreswechsel ging die Passage großer Massengutfrachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal deutlich zurück. „Wir spüren es deutlich bei den Bulkern im Kanal“, sagt Jann Petersen von der Kieler Maklerei UCA United Canal Agency. Denn: Die Mehrkosten für die Passage durch den Nord-Ostsee-Kanal können die Charterer und Reeder der Schiffe auf dem Frachtmarkt nicht mehr wettmachen. Deshalb ziehen sie die Route um Skagen dem Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal vor. Und das, obwohl die meisten Panamax-Bulker mit einer Länge von bis 235 Metern und einer Breite von 32,2 Metern den Kanal passieren könnten.

Einzig die Passagezahlen von größeren Öltankern sind im Nord-Ostsee-Kanal angesichts des hohen Exportvolumens Russlands weiter auf normalem Niveau. So passieren pro Tag zwischen zwei und vier größere Tanker auf dem Weg zu den Ladehäfen im Baltikum und Russland den Kanal.

Die Folgen der aktuellen Krise sind auch in den Chartern der Schiffe zu sehen. So sanken die Raten für die ganz großen Massengutfrachter bereits im Januar auf unter 5000 Dollar pro Tag. Nach Bewertung von Analysten schreiben die meisten Reeder von Massengutschiffen rote Zahlen. Deshalb steigt auch die Zahl der aufgelegten und verschrotteten Bulker wieder an. Die Zahl der Massengutfrachter, die vor Häfen aufgelegt werden, ist auch in Deutschland sichtbar.

Zum BDI:

Der Baltic Dry Index ist seit 1985 ein maritimer Indikator, der die Frachtabschlüsse in London  an der Schifffahrtsbörse Baltic Exhange abbildet. Diese Börse gilt als bedeutender  Handelsplatz für Schiffsladungen von Massengutfrachtern weltweit.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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