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Patrouillenboot nimmt Kurs auf Saudi-Arabien

Nord-Ostsee-Kanal Patrouillenboot nimmt Kurs auf Saudi-Arabien

Das erste Patrouillenboot eines Großauftrags für Saudi-Arabien hat die Ostsee verlassen. An Deck des Schwergutfrachters "BBC Pearl" passierte das 30 Meter lange Kriegsschiff am Sonnabend den Nord-Ostsee-Kanal.

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Die "Jedda" fährt durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das graue Boot mit dem Namen "Jeddah" wurde am Donnerstag vor Mukran auf Rügen verladen und soll Ende November in Saudi-Arabien eintreffen.

Die "Jeddah" wurde in Wolgast auf der Peenewerft gebaut und kam im Juni zu Wasser. Das mit deutscher Technik ausgerüstete Boot ist der erste von 48 Booten, die mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro bis 2020 von der Peenewerft gebaut werden sollen. Eingesetzt werden soll das Boot von der Küstenwache Saudi-Arabiens.

Foto: Huckepack wurde das Patrouillenboot durch den Kanal transportiert.

Huckepack wurde das Patrouillenboot durch den Kanal transportiert.

Quelle: Frank Behling

Der Milliardenauftrag war politisch in Deutschland heftig umstritten, da der saudischen Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Außerdem ist das Land am Bürgerkrieg im Jemen beteiligt. 2014 hatte die Bremer Lürssen Werft den Auftrag bekommen. Er umfasst nach unbestätigten Meldungen insgesamt rund 100 Boote für den Einsatz in Häfen und im Küstenbereich. 48 Einheiten sollen hochseetauglich sein.

Testfahrten vor Rügen

Der Bau und die Erprobung der „Jeddah“ erfolgten in den vergangenen Wochen vor Rügen. Das Boot ist vor der Verladung auf das Schwergutschiff auch mit seiner Bordkanone sowie Radar- und Navigationstechnik ausgerüstet worden. Die entscheidende Ausfuhrgenehmigung hatte das Bundeswirtschaftsministerium im Oktober erteilt. Zuvor hatte auch der geheim tagende Bundessicherheitsrat der Ausfuhr des Patrouillenbootes zugestimmt.

Für die traditionell im Marineschiffbau tätige Peenewerft ist der Auftrag zum Bau der Kriegsschiffe für Saudi-Arabien derzeit die einzige Zukunftsperspektive. Rund 300 Mitarbeiter sind auf der Werft in der strukturschwachen Region an dem Bau beteiligt. In früheren Jahren hatte die Werft auch schon Patrouillenboote für Brasilien gebaut. Zu DDR-Zeiten wurden dort die meisten Kriegsschiffe für die Volksmarine gefertigt.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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