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Nord-Ostsee-Kanal verliert massiv Passagen

Wirtschaft Nord-Ostsee-Kanal verliert massiv Passagen

Krise am Nord-Ostsee-Kanal: Immer weniger Schiffe nutzen die Wasserstraße auf dem Weg in die Ostsee. Die Zahl der Schiffe sank nach Angaben der Schifffahrtsverwaltung erstmals seit langem wieder unter die Marke von 15000 in einem Frühjahrshalbjahr.

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Kaum große Pötte im Kanal: Immer mehr große Containerschiffe, Tanker und Massengutfrachter nehmen den Weg um Skagen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Ursachen sind die anhaltende Krise in der Schifffahrt und der niedrige Ölpreis. Eine Besserung ist nach Einschätzung der maritimen Wirtschaft erst ab Herbst in Sicht. Waren es 2013 und 2014 die kaputten Schleusen, die für negative Zahlen am Kanal sorgten, so sind es nun die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Russlandkrise und der Frachtratenverfall in der Schifffahrt waren bislang wichtige Faktoren. Nun aber ist der fallende Ölpreis hinzugekommen, der die Passagezahlen auf dem Kanal im Frühjahr einbrechen ließ. „Wir spüren einen deutlichen Rückgang. Das Frühjahr war schon schlimm, der August macht aber auch keine Hoffnung auf eine Trendwende“, sagt Jens Broder Knudsen von der Agentur Sartori & Berger in Kiel.

In den Vorjahren war das Frühjahr oft der Motor für das Wachstum. In diesem Jahr sind die Passagezahlen aber schon im März drastisch eingebrochen. In dem Monat passierten nur 2415 Schiffe den Kanal. Das waren fast 18 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Für das erste Halbjahr weißt die Statistik der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt nur 14722 Schiffe im Kanal aus. Das ist ein Minus von 2031 Schiffen (12 Prozent) gegenüber dem Frühjahrshalbjahr 2015. Erstmals seit 1947 könnten weniger als 30000 Schiffe in diesem Jahr den Kanal passieren. Ähnlich ist die Lage bei Ladung und Schiffsgröße. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 sank die durch den Kanal transportierte Ladungsmenge um über fünf Millionen auf 42,6 Millionen Tonnen. Einen Rückgang in diesem Umfang hatte es zuletzt nach Ausbruch der Schifffahrtskrise 2009 gegeben.

„An den Schleusen und der Bausubstanz des Kanals liegt es diesmal nicht“, sagt Knudsen, der auch Vorsitzender der Initiative Kiel Canal ist. Seit Dezember stehen alle großen Kanalschleusen der Schifffahrt zur Verfügung. „Durch den niedrigen Ölpreis wählen viele Reeder den Weg um Skagen“, sagt Jann Petersen von der Maklerei UCA United Canal Agency.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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