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Neuartiger Gastanker im Kanal

Rendsburg Neuartiger Gastanker im Kanal

Flüssiggas statt Diesel: Viele Häfen sind auf diesen Treibstoff noch gar nicht vorbereitet. In Asien und Europa werden nun Versorgungsschiffe gebaut. Am Sonnabend  hatte als eines der ersten derartigen Schiffe die neue „Corealius“ in Rendsburg festgemacht.

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Ein neuer Anblick im Kanal: die "Corealius".

Quelle: Frank Behling

Rendsburg. Der Spezialtanker hatte jedoch noch kein Flüssiggas an Bord. Das Schiff befindet sich als Rohbau auf dem Weg vom polnischen Stettin zum Werftbetrieb von Royal Bodewes nach Papenburg, wo die Endausrüstung und Inbetriebnahme erfolgt.

Das 99 Meter lange Schiff wurde deshalb von den niederländischen Schlepper „Watergeus“ und „Waterstroom“  geschleppt.  In Rendsburg machte der rund 180 Meter lange Konvoi in der Nacht zum Sonntag einige Stunden Pause. Um 7 Uhr starteten die Schlepper am Sonntag zur Reise nach Papenburg.

Im Frühjahr soll die in Rotterdam beheimatete „Corealius“ als erstes in Europa gebautes LNG-Bunkerschiff den Dienst aufnehmen. Es wird dann nach Mitteilung der Reederei Sirius Vedder Gas AB als schwimmende Tankstelle auf der Ostsee und im Skagerrak Schiffe mit LNG versorgen. Der Tanker wird aber auch so ausgerüstet, dass er zum Transport von LNG aus den großen Tanklagern in Norwegen zu Abnehmern in den Ostseehäfen  eingesetzt werden kann.

Die „Corealius“ kann pro Fahrt 5800 Kubimeter Flüssigerdgas in zwei großen Spezialtanks befördern. Angetrieben wird das Schiff von einem  Caterpillar-Diesel der Baureihe  MaK 6M25C aus Kiel. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 13,5 Knoten. Betreiber des Schiffes ist die Reederei Sirius Veder Gas AB, ein Joint Venture zwischen der norwegischen Reederei Veder und der schwedischen Reederei Sirius.

Das verflüssigte Erdgas (LNG) soll in den kommenden Jahren in der Schifffahrt Dieselöl und Schweröl ersetzen. Durch die Nutzung von LNG sinkt bei der Verbrennung  der Ausstoß von giftigen Emissionen an Bord drastisch.  Nach Angaben von Motorenherstellern und Klassifikationsgesellschaften reduziert der Einsatz von LNG beispielsweise den Ausstoß von Feinstaub und Schwefeldioxid um über 92 Prozent, der Kohlenstoffdioxidausstoß geht um 30 Prozent zurück und der Ausstoß von Stickoxid sinkt um 90 Prozent. In Hamburg setzt die Reederei Aida auf dem Neubau „Aidaprima“  LNG im Hafen als Alternative zum Landstrom ein.

Als erste Kreuzfahrtreederei wird Aida ab Ende 2018 ein Kreuzfahrtschiff in Fahrt bringen, dass ausschließlich mit LNG betrieben werden soll. Die Reederei Costa folgt 2018 und MSC wird ab 2020 Schiffe mit LNG in Fahrt bringen. Eine Nachrüstung bestehender Schiffe ist jedoch technisch sehr komplex und teuer, da LNG nicht in normalen Kraftstofftanks befördert werden darf. Das Flüssigerdgas kann nur betankt und gelagert werden, wenn es auf minus 162 Grad heruntergekühlt und verflüssigt wurde. Das geht nur in speziellen Tanks und Pumpen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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