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Schwere Havarie in Brunsbüttel

Nordschleuse fällt aus Schwere Havarie in Brunsbüttel

Ein schwerer Unfall hat in Brunsbüttel die große Nordschleuse lahmgelegt. Der Frachter „Saint George“ ist gegen 12.20 Uhr aus noch ungeklärter Ursache gegen das kanalsteitige Schleusentor der großen Nordkammer gefahren. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Bug das komplette Tor durchbohrt hat. Der Schaden dürfte nach ersten vorsichtigen Schätzungen in die Millionen gehen.

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In Brunsbüttel wurde die Südschleuse durch eine Havarie schwer beschädigt.

Quelle: FB

Brunsbüttel. Das über 1200 Tonnen schwere Schleusentor ist in der gesamten Struktur verformt worden und lässt sich nicht mehr bewegen. Die Untersuchung des Schadens hat gerade begonnen. Über genaue Ausmaße des Schadens kann zwar noch nichts gesagt werden, ein Ausfall der Schleusenkammer für Monate wird aber befürchtet.

Das 131 Meter lange Schiff war beim Einlaufen in die große Nordschleuse um 12.26 Uhr aufgrund eines technischen Defekts außer Kontrolle geraten. Die Besatzung hatte noch versucht, den Aufprall durch die Notauslösung beider Anker zu mindern. Vergebens. Der Wulstbug des 8500-Tonnen-Schiffes durchbohrte das komplette Schleusentor. „So einen großen Schaden hatten wir hier noch nie“, sagte Thomas Fischer, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel. Stahlträger, Platten und Tanks des 1200 Tonnen schweren Schiebetores wurden zerknautscht wie Pappe.

„Das Ausmaß des Schadens ist noch überhaupt nicht absehbar. Wir werden am Montag mit der Untersuchung beginnen. Eine schnelle Reparatur ist hier nicht möglich“, so Fischer. Er schließt sogar einen Totalschaden von dem 1914 gebauten Schleusentor nicht aus. „Die Schäden sind so gravierend, dass wir gar nicht wissen, ob dieses Tor noch repariert werden kann“, sagt Fischer. Der Schaden beläuft sich nach ersten, vorsichtigen Schätzungen auf weit über eine Millionen Euro.

Der Frachter "Saint George" havarierte in Brunsbüttel.

Der Frachter "Saint George" havarierte in Brunsbüttel.

Quelle:

Die beiden Reservetore der Brunsbütteler Schleuse sind ebenfalls außer Betrieb. Ein Tor liegt in Kiel bis Mai im Dock. Das zweite Reservetor liegt seit Jahren in einer Torkammer der Südschleuse und ist dort von Sand und Schlick zugesetzt: Es lässt sich nicht mehr bewegen.

Nicht mehr bewegen wird sich auch der griechische Unglücksfrachter. Die „Saint George“ bekam ein Auslaufverbot. Der Wulstbug ist aufgerissen. Wasser dringt dort ein. Die Wasserschutzpolizei und Berufsgenossenschaft BG Verkehr ermitteln an Bord. Das Schiff darf die deutschen Hoheitsgewässer erst verlassen, wenn von der Versicherung oder der griechischen Reedereien die Kostenübernahme erklärt wird. Das 2008 in China gebaute Schiff fährt seit 2013 für eine Reederei aus Athen. Es befand sich auf dem Weg nach Lübeck, wo es Getreide laden sollte.Der 131 Meter lange Frachter „Saint George“ war auf der Reise in Ballast von Amsterdam nach Lübeck. An der Trave sollte das 6680 BRZ große Schiff Getreide laden. Der unter der Flagge Zyperns fahrende Frachter hatte den Nord-Ostsee-Kanal schon mehrfach passiert.

Der Ausfall der großen Nordschleuse trifft den Kanal gerade mit Beginn der Sommersaison. Am 19. Januar hatte ein Offshore-Versorgungsschiff das kanalseitige Tor der großen Südschleuse gerammt. Das Tor konnte durch eine Notreparatur bis Mitte Februar wieder flott gemacht werden. Der Schaden der Havarie der „Red7 Alliance“ summierte sich auf über 1,3 Millionen Euro.

 

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Nach Havarie in Brunsbüttel
Foto: Der Frachter versuchte noch, mit Anker-Hilfe zu bremsen. Dennoch fuhr er mit großer Wucht ins Schleusentor.

Der Ausfall der großen Nordschleuse hat der Schifffahrt auf dem Nord-Ostsee-Kanal erhebliche Wartezeiten beschert. Am Freitag war der Frachter „Saint George“ gegen ein Schleusentor gefahren.

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