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OB-Suche nimmt Fahrt auf

Wirtschaft schlägt Kandidaten vor OB-Suche nimmt Fahrt auf

Seit Susanne Gaschke (SPD) über die Steueraffäre stolperte und als Oberbürgermeisterin zurücktrat, wird heftig über mögliche Nachfolger spekuliert. Die Wirtschaft in Kiel ist schon einen Schritt weiter: Sie weiß schon, wen sie ins Rennen schicken will.

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Kiel. Die SPD-Staatssekretäre Rolf Fischer und Ralph Müller-Beck sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Weber eint eines mit dem Eckernförder Bürgermeister Jörg Sibbel (parteilos): Nachdem ihre Namen als mögliche OB-Kandidaten gefallen waren, folgten ihre Absagen aus unterschiedlichsten Gründen. So kann Fischer diese Position nicht mit seiner Lebensplanung vereinbaren. Sibbel sieht seine berufliche Heimat weiterhin in Eckernförde. Dabei gilt Sibbel wie der ebenfalls parteilose Dithmarscher Landrat Jörn Klimant, dessen Name auch immer wieder fällt, als Mittler zwischen den Fronten. Als der in Kiel aufgewachsene Klimant 2009 vom Dithmarscher Kreistag für eine dritte Amtszeit gewählt wurde, erhielt er 46 Ja-Stimmen von 49. Parteilose scheinen als Konsens-Kandidaten gute Karten zu haben. Denn auch Rolf-Oliver Schwemer wird als Bewerber gehandelt: Er gewann auf Vorschlag der CDU als Parteiloser 2008 die Landratswahl des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Rolf-Oliver Schwemer ist Landrat im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

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 Da die Steueraffäre der Stadt erheblichen Schaden zugefügt hat, ist der Kieler CDU-Kreischef Thomas Stritzl sowieso sicher, dass nur eine „Persönlichkeit“, die möglichst von allen politischen Kräften getragen wird, das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen kann. Er lud alle Parteien für morgen zu einem Gespräch ein, um einen gemeinsamen Kandidaten über die Parteigrenzen hinweg zu finden. Beifall für diese Initiative findet Stritzl beim Kieler Unternehmensverband. Überparteilichkeit, hohe Sachkompetenz, Verwaltungserfahrung und Wirtschaftskenntnisse müsse der neue Mann an der Kieler Rathausspitze mitbringen. „Aus unserer Sicht könnte ein solcher Kandidat Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote sein“, erklärt Ulrich Jacobi, Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbandes. Grote (CDU) stammt aus Paderborn, war ab 1998 in Norderstedt, einer der reichsten Kommunen Schleswig-Holsteins, Bürgermeister und ist seit 2005 Oberbürgermeister.

 Unterdessen hat der Generalbundesanwalt den Vorgang um die Nötigungsvorwürfe gegen Gaschke und ihren Mann, den SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels, nach Hamburg abgegeben. Wie berichtet, fühlte sich Innenminister Andreas Breitner (SPD) im Streit um die Überprüfung der Eilentscheidung und des millionenschweren Steuererlasses für den Augenarzt Detlef Uthoff von dem Ehepaar unter Druck gesetzt. Bartels soll Breitner aufgefordert haben, auf Ministerpräsident Torsten Albig einzuwirken, sich vor Gaschke zu stellen. Der Fall wird jetzt von der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg untersucht. Dort liege die Zuständigkeit, erklärte der Generalbundesanwalt.

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