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Refugees welcome Land plant Unterkünfte für Kinder
Refugees welcome Land plant Unterkünfte für Kinder
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09:52 31.08.2015
Von Bastian Modrow
Ohne Familie in Deutschland: Die Zahl unbegleiteter Flüchtlinge steigt immer weiter. Quelle: Daniel Karmann

742 junge Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen sind 2014 nach Schleswig-Holstein gekommen. Die Jugendämter gehen davon aus, dass es in diesem Jahr mindestens 1500 Kinder und Jugendliche sein werden. „Im Schnitt sind die allein reisenden Minderjährigen zwischen 14 und 17 Jahre alt“, sagt Gerhard Stelke von der Bundespolizei. Vor wenigen Tagen sei aber auch ein gerade erst zehn Jahre alter Junge von Beamten aufgegriffen worden. „In nahezu allen Fällen kommen die jungen Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Somalia.“

 Bislang wurden die minderjährigen Flüchtlinge zunächst in die Erstaufnahme-Einrichtungen gebracht oder in die Obhut der Jugendämter gegeben. Sozialministerin Alheit will jetzt neue Wege gehen und sogenannte Clearing-Stellen für Kinder und Jugendliche einrichten. Ziel sei es, die Kommunen zu entlasten. Zugleich müssten minderjährige Flüchtlinge besonders geschützt und betreut werden. Fünf bis sechs dieser Einrichtungen sollen bis Jahresende in Schleswig-Holstein entstehen, in denen ein „geordnetes Aufnahmeverfahren, medizinische Erstversorgung und pädagogische Betreuung“ gewährleistet werden soll. In einem ersten Schritt wird in Neumünster eine „Vorläufige Inobhutnahme“ für etwa 50 junge Flüchtlinge geschaffen. Weitere Erstaufnahmen für Kinder sollen in Flensburg und Rendsburg folgen.

 Die Bundespolizei registriert derweil eine neue Entwicklung: „Wollten minderjährige Flüchtlinge in der Vergangenheit weiter nach Skandinavien reisen und türmten aus Heimen, steuern viele mittlerweile gezielt unsere Reviere in Kiel, Lübeck und Puttgarden an und bitten um Hilfe“, sagt Stelke. Allein in den vergangenen eineinhalb Wochen zählte die Polizei mehr als 30 Fälle.

 Im Berliner Kanzleramt kamen am Sonntagabend die Unionsspitzen zusammen, um den weiteren Kurs abzustecken. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte, die Bundesregierung wolle den Zuzug von Wirtschaftsflüchtlingen so schnell wie möglich begrenzen. „Damit wir denen, die in Not sind, helfen können, müssen wir auch denen, die nicht in Not sind, sagen, dass sie bei uns nicht bleiben können“, sagte Merkel. Innenminister Thomas de Maizière bekräftigte, Deutschland könne den derzeitigen Andrang auf Dauer nicht bewältigen. „800000 sind auf Dauer zu viel.“

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